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Diese 5 Dinge können Unternehmen von der Startup Mentalität lernen

Felix Thönnessen 0 Comments

Ich liebe die Startup Mentalität, die von kreativen Gründern und außergewöhnlichen Startups hervorgerufen wird. Besonders liebe ich daran, dass es bedeutet, Dinge einfach mal anders zu machen als es große Unternehmen bisher praktizieren.

Hier sind fünf Dinge, die sich aber auch etablierte Unternehmen von der Mentalität mancher Startups abgucken und lernen können.

https://www.youtube.com/watch?v=CyJcmHTWbho

1. Startup Mentaltität bedeutet Geschwindigkeit

Eine effektive Startup Mentalität zeichnet sich häufig dadurch aus, dass Entscheidungsprozesse und Veränderungen schneller vorangetrieben werden als in etablierten Unternehmen. Dank der agilen Strukturen können Gründer schneller auf Marktveränderungen, aufkommende Trends oder sich verändernde Kundenansprüche reagieren. Ihre (kleine) Größe hilft ihnen dabei zusätzlich Geschwindigkeit aufzunehmen. 

Etablierte Unternehmen sollten sich von diesem Tempo unbedingt eine Scheibe abschneiden. Um Entscheidungen schneller treffen zu können, braucht es vor allem eine hohe vertikale Durchlässigkeit, die mit eingefahrenen Personalkonstrukten häufig nicht zu erreichen ist. Statt Ideen also vom Sachbearbeiter über den Teamleiter, zum Abteilungsleiter, dem Stabstellenleiter hin zur ersten Führungsebene zu pitchen, sollten die Verantwortlichen Pools schaffen, in denen automatisch über gewisse Themen diskutiert wird.

Hier kann man auch über externe Tochtergesellschaften oder Ausgründungen nachdenken, die sich explizit mit Innovationen auseinandersetzen. So können Entscheidungen wesentlich schneller vorangetrieben werden, wodurch auch Traditionsbetriebe und Konzerne die Möglichkeit bekommen, die Geschwindigkeiten kleinerer Wettbewerber mitzugehen und auf Veränderungen des Marktes so flexibel wie möglich zu reagieren. 

Viele Unternehmen, die diese Möglichkeit bereits in ihrem Unternehmen einsetzen, sprechen dann oft von einem Startup in ihrem eigenen Unternehmen. Es kann auf Ressourcen des etablierten Unternehmens zurückgreifen, wird aber intensiv hinsichtlich der Startup Mentalität unterstützt, um so an Geschwindigkeit aufzufahren.

2. Bereitschaft für außergewöhnliches Marketing

https://www.youtube.com/watch?v=8NvQ_3yGfCg

Größere Unternehmen und vor allem der Mittelstand tun sich leider nach wie vor schwer damit, von ihrem konservativen Marketing abzurücken und eine Startup Mentalität bei ihren Werbemaßnahmen einzuführen. Dabei können sich etablierte Firmen durchaus trauen, hin und wieder mal zu polarisieren, auffälligere Kampagnen zu planen und dafür zum Beispiel virale Marketingmaßnahmen nutzen. Sicherlich wird es immer den ein oder anderen geben, der ausgefallene Aktionen traditionsreicher Marken kritisieren wird, aber immerhin kommt das Unternehmen ins Gespräch und wird diskutiert. 

Der Smoothie-Hersteller true fruits beispielsweise hat diese Methode in Deutschland perfektioniert. Auch wenn das Bonner Unternehmen dem Startup-Alter eigentlich schon längst entwachsen ist, haben die Gründer nach wie vor die Bereitschaft zu sehr provokanter, und nicht unumstrittener Werbung. Als sie ihren Saft mit Chia-Samen im Sommer 2016 mit Sprüchen wie „Oralverzehr – schneller kommst du nicht zum Samengenuss“ oder „Bei Samenstau schütteln“ war die Kritik groß. Die Werbung wurde entsprechend verboten – aber true fruits war überall im Gespräch. 

Genau das macht eine Startup Mentalität im Marketing aus: Dinge mal anders zu machen, provokant zu sein und sich was trauen, um aufzufallen.

3. Trial and Error

Wer sich an neue Methoden heranwagt und eine Startup Mentalität im Unternehmen etablieren möchte, zum Beispiel durch eine neue Form des Marketings, braucht vor allem eins: die Bereitschaft zum Ausprobieren. Etablierte Unternehmen neigen allerdings dazu, jeden Vorstoß erstmal wochenlang zu diskutieren, dann ein 80-seitiges Pamphlet darüber zu verfassen, nur um die Strategie am Ende doch abzuschmettern und lieber beim Alten zu bleiben. Das Neue könne ja schief gehen. 

Erfolgreiche Unternehmen brauchen aber nicht nur eine gewisse Geschwindigkeit, um auf Marktveränderungen zu reagieren, sondern auch den Willen und den Mut, sich zu verändern. Das Zitat „Wo gehobelt wird, fallen auch Spähne“ passt in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach ziemlich gut. Wer im Wettbewerb mit den kleineren und agileren Startups bestehen will und das Geschäftsmodell auch in Zukunft ausweiten möchte, braucht nun mal eine gewisse Bereitschaft zum Scheitern, zum Trial and Error. Denn wer, wenn nicht große Firmen und Konzerne mit ihren enormen Budgets kann es sich finanziell leisten, auch mal daneben zu greifen?  

4. Der Blick auf den Kunden

Startups sind oft viel näher dran an Kunden und Verbrauchern als alteingesessene Unternehmen. Viele etablierte Unternehmen haben oft schon allein aufgrund ihrer verkrusteten Strukturen und eingefahrenen Prozesse die Nähe zu den potentiellen Käufern verloren, während kleinere Firmen noch viel häufiger in den Dialog mit ihrer Zielgruppe gehen.

Gerade im Anfangsstadium ist es für sie überlebenswichtig, Feedback einzuholen und sich wirklich immer wieder anzuschauen, wie die Kunden auf bestimmte Produkte reagieren, wie sie damit umgehen und welche Verbesserungen er sich wüscht, um Waren und Dienstleistungen anzupassen. Etablierte Unternehmen sind hier mit zunehmender Größe leider oft nachlässig. 

Das Berliner Kondom-Startup einhorn ist eins meiner Lieblingsbeispiele, wenn es um das Thema Kundenorientierung und Startup Mentalität geht. Sie haben die Bedürfnisse ihre Kunden haargenau analysiert und mussten feststellen, dass es vielen Käufern nach wie vor sehr unangenehm ist, Kondome im Einzelhandel zu kaufen. Seitdem versuchen die Gründer, dem Thema mehr und mehr die Ernsthaftigkeit zu nehmen und das Kondom auf das zu reduzieren, was es eigentlich ist: nämlich ein Vehikel, um etwas Schönes zu vollziehen.

Sowohl im Marketing als auch im Verkauf haben sie dementsprechend einen sehr lockeren Umgangston entwickelt, um die Kondome besser an den Mann zu bringen: auf der Verpackung steht beispielsweise, wie viele Kalorien man beim Sex verbraucht und die Kondome selbst werden in kleinen Chipstüten verkauft, statt in den bekannten, aber verdächtigen Verpackungen. Damit unterscheiden sie sich ganz klar von ihren Wettbewerbern und steigern nebenbei noch ihren Umsatz. 

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5. Innovation durch Startup Mentalität

Innovationen kommen heutzutage meist aus der Feder kleinerer Unternehmen. Das hängt zum einen natürlich mit der Geschwindigkeit ab, mit der Startups agieren, aber auch mit der Risikofreude, mit der sie an neue Projekte herantreten. Hinzu kommt, dass viele Gründerteams aus absoluten Experten ihres Bereichs bestehen. Wie selbstverständlich bewegen die sich ganz nah dran am Markt und seinen Entwicklungen, um bloß keine Trends, aufstrebende Technologien oder Marktnischen zu verpassen. Gerade im Online-Marketing sehen wir viele Tools, die von jungen Unternehmern entwickelt und auch direkt in die Umsetzung gebracht wurden – egal, ob es um die Verwaltung interner Strukturen und Prozesse geht, um eigene Kampagnen oder das E-Mail-Marketing. 

Bestehende Unternehmen schauen sich neue Entwicklungen hingegen gern erstmal aus der Vogelperspektive an. Lieber warten sie darauf, dass andere ihnen das Feld bereiten, als selbst den ersten Schritt zu machen. Im Zweifel kann man erfolgreiche Produkte ja immer noch irgendwann aufkaufen oder neue Methoden adaptieren, heißt es dann oft aus der Vorstandsetage. Doch genau mit dieser Haltung scheiden solche Firmen eben automatisch als Firstmover aus.

Innovationen vorantreiben kann jedoch nur derjenige, der sich früh damit auseinandersetzt und das können auch etablierte Unternehmen, sobald sie etwas Startup Mentalität zulassen. Gerade Themen wie die Digitalisierung, Industrie 4.0 oder die Cloud-Entwicklung sind typische Mittelstandsproblematiken, mit denen sie sich auch selbst auseinandersetzen sollten, statt anderen die Suche nach der Lösung aufzutragen. Um die interne Geschwindigkeit zu erhöhen, sollten Innovationsabteilungen in jedem Unternehmen verankert sein, denn nur so ist die Durchlässigkeit neuer Ideen von der Basis bis nach ganz oben zu den Entscheidern gewährleistet und nur so können auch etablierte Unternehmen mit etwas mehr Startup Mentalität auf die nächste Stufe kommen.

Wie siehst du das? Hast du bereits Erfahrungen mit dem Thema Startup Mentalität in großen Unternehmen gemacht? Welcher Konzern geht da deiner Meinung nach vorne voran? Hinterlasse doch einen Kommentar. Ich freue mich auf unseren Austausch!

Bleib motiviert
Dein Felix

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