AVGS Coaching-Inhalte – was passiert in den 8 Schritten?

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Worum es geht? Um alles, was mit Dir, Deinem Business, der Welt und sowas eben zu tun hat – ziemlich gute Positionierung würde ich sagen. Manchmal könnte es auch lustig sein, aber nur manchmal – Felix Thönnessen wird sich Mühe geben.
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„Was passiert eigentlich konkret in einem AVGS-Coaching?“ – das ist die Frage, die du dir vermutlich stellst, bevor du den Gutschein einlöst. Verständlich. „Existenzgründungs-Coaching“ klingt offen, fast vage – und niemand will Wochen seiner Zeit in eine Black-Box investieren. In diesem Beitrag bekommst du den klaren Blick hinter die Kulissen: Welche acht Schritte ein gutes AVGS-Gründercoaching durchläuft, was in jedem Schritt passiert, was du dabei selbst leistest – und was du am Ende in der Hand hast.

Auf einen Blick: Ein hochwertiges AVGS-Gründercoaching folgt einem klaren Acht-Schritte-Plan: Geschäftsidee schärfen, Markt und Zielgruppe analysieren, Geschäftsmodell entwickeln, Marketing- und Vertriebsstrategie aufbauen, Finanzplanung erstellen, Businessplan finalisieren, Gründung umsetzen, erste Kunden gewinnen. Am Ende hast du nicht nur „Beratung“, sondern einen vollständigen Businessplan, eine Strategie und konkrete erste Kundenanfragen.

Schritt 1: Geschäftsidee schärfen

Die meisten Coachees kommen mit einer Idee – und die ist meistens noch zu unscharf. „Ich will mich als Coach selbstständig machen“, „Ich plane ein Online-Business“, „Ich habe da ein Konzept im Bereich…“. In Schritt eins fragen wir hart nach: Was genau ist dein Angebot? Wer ist der konkrete Kunde? Welches Problem löst du, das andere nicht lösen? Warum jetzt?

Das Ergebnis dieses Schritts: Eine in einem Satz formulierte Geschäftsidee, die jemand Fremdes nach drei Sekunden versteht. Das klingt simpel, ist aber bei den meisten Coachees am Anfang nicht möglich. Wir arbeiten dran, bis es sitzt.

Schritt 2: Markt und Zielgruppe analysieren

Eine Idee allein ist nichts wert, wenn der Markt sie nicht kauft. In Schritt zwei prüfen wir die Realität: Wie groß ist der relevante Markt? Wie viel Wettbewerb gibt es? Was kosten Vergleichsangebote? Wer ist deine ideale Zielgruppe – nicht „alle Selbstständigen“, sondern eine konkrete Persona mit definierbaren Problemen, Budgets und Suchverhalten?

Hier nutzen wir auch echte Daten: Google-Suchvolumen, Marktforschungs-Berichte (frei verfügbar), Wettbewerbsanalyse. Am Ende des Schritts hast du ein klares Bild davon, ob dein Markt tragfähig ist und wo du dich positionieren musst.

Schritt 3: Geschäftsmodell entwickeln

Jetzt wird’s konkret: Wie verdienst du tatsächlich Geld? Welche Leistungen bietest du in welchen Paketen an? Wie sind Preise strukturiert? Wie lange ist eine typische Kundenbeziehung? Welche Skalierungswege gibt es?

Wir arbeiten mit dem Business Model Canvas oder ähnlichen strukturierten Frameworks – nicht weil das schick ist, sondern weil es alle Aspekte abdeckt: Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Kostenstruktur, Einnahmequellen, Vertriebskanäle. Am Ende dieses Schritts hast du ein Geschäftsmodell, das du jedem Berater oder Investor in 5 Minuten erklären kannst.

Schritt 4: Marketing- und Vertriebsstrategie aufbauen

Wenn du nicht weißt, wie du Kunden gewinnst, ist auch das beste Geschäftsmodell wertlos. In Schritt vier bauen wir deinen Marketing-Trichter: Welche Kanäle nutzt du (Webseite, Social Media, Empfehlungen, Kaltakquise, Content-Marketing)? Welche Botschaften? Welche konkreten ersten Aktionen, um die ersten 10 Kundengespräche zu bekommen?

Wir definieren auch deinen Sales-Prozess: Wie kommt jemand vom ersten Kontakt zum bezahlten Kunden? Welche Schritte, welche Tools, welche Dauer? Das vermeidet das Klassiker-Problem, dass du viele Erstgespräche hast, aber niemand kauft.

Schritt 5: Finanzplanung erstellen

Hier wird Mathe gemacht – aber sinnvoll. Wir erstellen deine Finanzplanung über die ersten drei Geschäftsjahre: Umsatzprognose pro Quartal, Kostenplan (inkl. Lebenshaltungskosten, Steuern, Sozialabgaben), Liquiditätsplanung, Break-Even-Berechnung. Wenn du Investitionen tätigst, dazu eine Investitionsplanung.

Das Ziel: Du weißt, wie viele Kunden du pro Monat brauchst, ab wann du finanziell tragfähig bist, wie viel Reserve du brauchst, und wo dein Pricing wirtschaftlich sitzen muss. Diese Zahlen sind später Pflichtteil des Businessplans und Grundlage für den Gründungszuschuss-Antrag.

Schritt 6: Businessplan finalisieren

Mit allen Vorarbeiten setzen wir jetzt den eigentlichen Businessplan zusammen – ein strukturiertes Dokument von typischerweise 25–40 Seiten, das alle Aspekte deines Vorhabens dokumentiert. Executive Summary, Geschäftsidee, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Marketing- und Vertriebsplan, Organisation und Team, Risiken, Finanzplan.

Der Businessplan ist nicht nur ein Antrag-Werkzeug. Er ist dein eigener strategischer Wegweiser – das Dokument, in das du später, wenn du im operativen Stress steckst, immer wieder reinschaust, um zu prüfen: „Ja, das war der Plan. Bin ich noch dabei?“

Schritt 7: Gründung umsetzen

Jetzt geht’s los. Gewerbeanmeldung, Steuernummer, Geschäftskonto, Rechtsform-Entscheidung (Einzelunternehmen, GbR, GmbH, UG), AGB, Datenschutzerklärung, Webseite, erste Marketing-Kanäle. Das ist der Schritt, der für viele Gründer chaotisch wird – aber im Coaching gehen wir die Liste strukturiert ab.

Wenn du den Gründungszuschuss anstrebst, holen wir in dieser Phase parallel die fachkundige Stellungnahme ein und reichen den Antrag bei der Agentur für Arbeit ein. Mit dem fertigen Businessplan aus Schritt sechs hast du dafür beste Voraussetzungen.

Schritt 8: Erste Kunden gewinnen

Wir hören nicht beim Gewerbeschein auf – das wäre ein häufiger Fehler vieler Gründer-Coachings. In Schritt acht setzen wir die Marketing- und Vertriebsstrategie aus Schritt vier um: Erste Outreach-Kampagne, erste Kundengespräche, erste Angebote, erste Abschlüsse. Hier sehen wir live, was funktioniert und was nicht – und passen die Strategie iterativ an.

Das Ziel dieses Schritts: Bevor das Coaching endet, hast du echte Kundenanfragen oder erste Buchungen. Nicht nur Theorie, sondern den ersten messbaren Beweis, dass dein Geschäftsmodell funktioniert.

Wie viel Stunden brauchen die acht Schritte?

Das hängt von deinem Startpunkt ab. Wer schon eine klare Idee, etwas Marktwissen und unternehmerische Erfahrung mitbringt, kommt mit 80 AVGS-Coaching-Stunden weit. Wer bei null anfängt, profitiert von 120–150 Stunden. Hier eine grobe Verteilung:

  • Schritt 1 + 2 (Idee + Markt): ~15–25 Stunden
  • Schritt 3 (Geschäftsmodell): ~10–15 Stunden
  • Schritt 4 (Marketing/Vertrieb): ~15–20 Stunden
  • Schritt 5 (Finanzplanung): ~10–15 Stunden
  • Schritt 6 (Businessplan): ~10–15 Stunden
  • Schritt 7 (Gründung): ~10–15 Stunden
  • Schritt 8 (Erste Kunden): ~10–25 Stunden

Verteilt auf 12–16 Wochen ergeben sich 5–10 Coaching-Stunden pro Woche, was sich gut neben einer eventuellen Restbeschäftigung oder Familie unterbringen lässt.

Was du selbst leistest – und was der Coach

Ein wichtiger Unterschied zur klassischen Beratung: Im Coaching ist der Coach nicht der „Macher“. Er ist Sparringspartner, Strukturgeber, kritische Stimme, Wissensvermittler. Aber die Arbeit machst du. Du recherchierst deinen Markt, du sprichst mit potenziellen Kunden, du tippst den Businessplan, du machst die Akquise.

Der Coach hilft dir dabei, das Richtige zu tun – und Fehler zu vermeiden. Wenn du erwartest, dass am Ende des Coachings ein fertiges Business „abgeholt“ werden kann, ohne deinen Einsatz, ist das die falsche Erwartung. Realistisch sind 5–15 eigene Arbeitsstunden pro Coaching-Woche zusätzlich zu den Coaching-Stunden selbst.

Was du am Ende des Coachings in der Hand hast

  • Eine klar formulierte, validierte Geschäftsidee
  • Eine konkrete Zielgruppen-Definition mit ersten echten Gesprächen
  • Ein vollständiges Geschäftsmodell auf Business Model Canvas
  • Eine Marketing- und Vertriebsstrategie mit definierten ersten Aktionen
  • Eine Finanzplanung über 3 Jahre (Umsatz, Kosten, Liquidität)
  • Einen vollständigen Businessplan (25–40 Seiten)
  • Optional: Eine fachkundige Stellungnahme für den Gründungszuschuss
  • Eine angemeldete Selbstständigkeit mit allen administrativen Voraussetzungen
  • Erste Kundenanfragen oder bereits erste Buchungen

Häufige Fragen zu Coaching-Inhalten

Sind die acht Schritte starr oder flexibel?

Die Reihenfolge ist bei den meisten Gründungen sinnvoll, aber nicht in Stein gemeißelt. Wenn du beispielsweise schon einen Businessplan hast, springen wir bei Schritt 1 noch mal kurz drauf zur Validierung und gehen dann direkt zu Schritt 4 oder 5. Das Coaching wird auf deinen Stand zugeschnitten.

Was ist, wenn ich in einem Schritt feststecke?

Das ist der Sinn des Coachings. Wenn du bei Schritt 2 feststellst, dass dein Markt nicht tragfähig ist, gehen wir zurück zu Schritt 1 und überarbeiten die Idee. Das ist kein Rückschritt – das ist Lernen. Besser jetzt im Coaching merken, dass die ursprüngliche Idee nicht funktioniert, als nach Gründung mit echtem Geld.

Bekomme ich einen Beweis dass ich das Coaching absolviert habe?

Ja, am Ende stelle ich dir eine Teilnahmebescheinigung aus, die alle Coaching-Stunden, Inhalte und erreichten Meilensteine dokumentiert. Diese Bescheinigung kannst du auch bei späteren Förderanträgen oder Bewerbungen einsetzen.

Was passiert, wenn ich nach dem Coaching noch Fragen habe?

Das offizielle Coaching endet nach den geförderten Stunden. Aber meine Coachees gehen typischerweise in eine lockere Folge-Begleitung über – wenn du dabei sein willst, sprechen wir über die Optionen. Manche brauchen nach 6 Monaten ein einmaliges Strategie-Gespräch, andere abonnieren ein längerfristiges Mentoring. Das ist dann nicht mehr AVGS-gefördert, sondern privat.

Was, wenn ich während des Coachings entscheide, doch nicht zu gründen?

Auch das ist okay – und manchmal sogar das beste Ergebnis. Wenn du im Coaching feststellst, dass die Selbstständigkeit (jetzt) nicht der richtige Weg ist, hast du wertvolle Klarheit gewonnen. Wir können dann auch zu Bewerbungs- oder Beruflichen-Neuorientierungs-Themen wechseln, sofern das von deiner Maßnahme abgedeckt ist – sonst beendest du das Coaching mit einer ehrlichen Klärungssituation.

Fazit: Struktur statt Beliebigkeit

Ein gutes AVGS-Gründercoaching ist kein offenes Gespräch über deine Träume – es ist ein strukturierter Prozess von Idee bis ersten Kunden. Die acht Schritte oben sind kein Versprechen, sondern ein Rahmen. Wenn du sie durchgehst, hast du am Ende kein Bauchgefühl, sondern Belege: einen Businessplan, eine Strategie, erste Kundenkontakte, eine angemeldete Selbstständigkeit.

Mein AVGS-Existenzgründungscoaching mit Maßnahmenummer 361/85/25 folgt genau diesem Acht-Schritte-Plan. Wenn dich noch andere Aspekte interessieren: Lies AVGS Voraussetzungen 2026 für die Förderfähigkeit, AVGS Online-Coaching für das Format, oder AVGS oder Gründungszuschuss für den Vergleich der zwei wichtigsten Förderungen.

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