Als ich noch jünger war, wollte ich immer viel Sport machen. Doch ich hatte während meines Abiturs weder das Geld einen Personaltrainer zu suchen noch die Muße einen Motivationstrainer zu finden. Und so blieb ich die gesamte Zeit in der Oberstufe unsportlich – ein Resultat meiner fehlenden Motivation. Wie du siehst, oft verliert man tatsächlich den Kampf gegen seinen inneren Schweinehund.
1. Land in Sicht:
Mein Motivationsproblem löste sich erst nach meinem Abitur als ich die lange Zeit zwischen den Prüfungen und meinem ersten Semester an der Uni füllen und überbrücken musste. In diesem Zeitraum war ich wortwörtlich dafür empfänglich und fand meinen persönlichen Motivationstrainier: meinen Sifu.
Wer oder was soll das denn bitte sein? Wirst du dich jetzt bestimmt fragen. Ein Sifu ist ein Lehrer in einer chinesischen Kampfkunst. In meinem Fall: WingTsun. Natürlich ich hätte mich damals einfach in einem Fitnessstudio anmelden können, um mehr Sport zu treiben, aber der innere Schweinehund und die nicht vorhandene Motivation waren so übermächtig, dass ich mir einen Verein suchte.
Außerdem war es eine gute Motivation und ein guter Ansporn etwas Außergewöhnliches zu machen und sich somit von der Masse abzuheben. Schließlich konnte sich jeder einfach im Fitnesscenter anmelden oder sich mit Freunden zum Joggen verabreden. Kämpfen wie in den KungFu-Filmen davon träumten viele – nur erstaunlicherweise wagten nur wenige den Schritt wirklich ein Training zu besuchen.
2. Alles was du kannst, ist schon in dir
Dass ich dadurch einen Motivationstraner finden und später mein persönlicher Motivationstraner werden würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht ahnen. Aber mit der Motivation verhält es sich ähnlich wie mit der Liebe: Man findet, wenn man aufgehört hat danach zu suchen.
Die erste Stunde war eine große Überwindung, weil ich keinen Menschen kannte. Ich hoffte jedoch darauf schnell neue Leute kennenzulernen, sodass diese meine persönlichen Motivationstrainer werden und mich dazu bringen würden immer und immer wieder zum Training zu kommen.
Ich machte meine eigene Motivation damit schon im Vorfeld nicht vor mir selbst, sondern von anderen abhängig.
Doch bereits nach der ersten Trainingseinheit merkte ich, dass es mir eher um Kniffs und Tricks der Selbstverteidigung an sich ging. Ich war damit weniger auf die Teilnehmer als Motivationstrainer angewiesen, sondern das Training machte mir großen Spaß. Schon zu diesem Zeitpunkt merkte ich, dass die Dinge, die ich von meinem Sifu vorgeführt bekam, tatsächlich funktionierten.
Das war ein tolles Gefühl. Und mein eigener Fortschritt war eine riesige Motivation, um seinen Unterricht erneut zu besuchen. Doch auch wenn das Training unterhaltsam war, war es das allergrößte das Ergebnis seines Unterrichts am eigenen Körper und den eigenen Bewegungsabläufen zu erfahren.
Einige Zeit ist seitdem vergangen und ich bin immer noch dabei. Mit dem großen Unterschied, dass ich heute viel sportlicher bin als noch zu meiner Abizeit. Und der Bonus an der ganzen Geschichte ist – ich bin richtig gut in der Selbstverteidigung geworden! Dies liegt nicht zuletzt daran, dass ich aufgrund meiner hohen Motivation viel Zeit und Muße in das Training investiert habe.
Große Teile meiner Semesterferien füllte ich nun mit Training und Sport. Manchmal sogar bis zu vier Stunden täglich! Das war eine Tatsache, die ich früher nie für möglich gehalten oder geglaubt hätte. Der beste Motivationstrainer in dieser Zeit waren meine eigene Leistung und mein persönlicher Fortschritt.
3. Leidenschaft schafft Motivationstrainer
Ich erinnere mich gut an meinen Lehrer, den ich einmal nach seiner Motivation fragte. Seine Antwort war einfach und stark. Er hatte sein Hobby zum Beruf gemacht. Genau das gab ihm Energie und Ausstrahlung. Er sagte auch: Wenn ich passiv bleibe, übernimmt das Leben die Führung. Werde ich selbst aktiv, übernehme ich Kontrolle über mein Leben und meine Motivation.
Rückblickend hat er mir noch etwas Wichtigeres beigebracht. Vielleicht war es ein Fehler, ständig nach einem Motivationstrainer zu suchen. Vielleicht suchte ich in Wahrheit nach einer Leidenschaft, die echte Motivation in mir auslöst. Ich war so fixiert auf Hilfe von außen, dass ich mich selbst aus dem Blick verlor. Ich sah nur den langen Weg, aber nicht den eigentlichen Zweck.
Ein guter Motivationstrainer macht dich deshalb nicht abhängig. Er hilft dir, selbst deine Motivation zu finden. Genau wie beim Fischen. Er fischt nicht für dich, sondern zeigt dir, wie es geht.
Viele kennen das von lästigen Aufgaben. Die Hausarbeit liegt ewig herum und jeder schiebt sie weiter auf. Dann kommen künstliche Zeitpläne und künstlicher Druck ins Spiel. Das bekämpft aber meist nur Symptome. Echte Selbstmotivation entsteht selten durch Druck. Sie entsteht eher durch Sinn, Ziel und Verbindung zu etwas, das dir wichtig ist.
Arbeit ist fast immer nur das Mittel zum Zweck. Deshalb hilft es, den Fokus auf dein eigentliches Ziel zu richten. Was willst du erreichen? Wofür machst du das alles? Wenn dir der Weg keinen Spaß macht, setz dir wenigstens eine klare Belohnung. Auch das kann Motivation auslösen.
Am wirksamsten bleibt aber eine Sache: Verknüpfe deine Aufgaben mit deinen Träumen, deiner Leidenschaft und deinen Sehnsüchten. Dann entsteht Motivation nicht künstlich, sondern von innen. Und genau dort ist sie am stärksten.
Bleib motiviert,
Felix






