2019 erfolgreich ein Einzelunternehmen gründen – leicht gemacht

Felix Thönnessen 4 Comments

Häufig werde ich von Gründern gefragt: „Felix, wie kann ich eigentlich ein Einzelunternehmen gründen?“ Und da ich so ein netter Kerl bin, kriegst du hier kompakt alles, was du wissen musst.

Für viele ist ein Einzelunternehmen der erste Schritt in die Selbstständigkeit und Verwirklichung der eigenen Träume und Ziele. Du willst wissen, was ein Einzelunternehmen ist? Welche Voraussetzungen beim Gründen zu erfüllen sind und welche Vorteile ein solches Unternehmen mit sich bringt? In diesem Artikel erfährst du alles Notwendige, das mit der Gründung und der Organisation zusammenhängt.

https://www.youtube.com/watch?v=iIctr4BK62w
So wirst du als Einzelunternehmer erfolgreich

Was ist überhaupt ein Einzelunternehmen ? (Einzelunternehmen Definition)

Die Frage, was ein Einzelunternehmer ist, ist einfach erklärt. Oder auch nicht. (Super Einleitung, Felix)

Denn grundsätzlich gibt es keine konkrete juristische Definition für den Begriff des Einzelunternehmens. (Und dabei gibt es das doch sonst immer.) Viele solcher Unternehmen werden von einer Einzelperson gegründet und geführt.

Der Einzelunternehmer geht dabei entweder als Selbstständiger seiner Tätigkeit nach oder ist ein eingetragener Kaufmann bzw. eine eingetragene Kauffrau. Hierbei ist zu beachten, dass laut Wortlaut auch ein eingetragener Kaufmann eigentlich ein Einzelunternehmen ist. Blöd gesagt: Du führst alleine ein Unternehmen – darum auch „einzeln“.

Einem Einzelunternehmer gehört sein Unternehmen ganz allein und er ist für dieses selbstständig verantwortlich. Das kann sowohl Vorteil als auch Nachteil sein. (Ich glaube das ist quasi immer so, wenn man alleine für etwas zuständig ist.)

Denn das bedeutet auch, dass der Einzelunternehmer, in dem Fall, dass sein Einzelunternehmen scheitert, allein zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das Risiko einer persönlichen Haftung insbesondere einer Haftung des Privatvermögens lässt sich jedoch durch die gewählte Rechtsform mindern.

Zu den Rechtsformen bei Einzelunternehmen erfährst du gleich noch mehr. (Eine der häufigsten Fragen.) Wie lautet die Definition für ein Einzelunternehmen?

Wie bereits erwähnt, ist der Begriff des Einzelunternehmen nicht gesetzlich geregelt. Grundsätzlich ist jedes Unternehmen, das von einer Einzelperson gegründet wird, ein Einzelunternehmen. Das bedeutet, dass der Gründer das Einzelunternehmen alleine gründet und anmeldet sowie auf die Anstellung eines Geschäftsführers oder andere Mitglieder verzichtet.

Das bedeutet gleichzeitig große Freiheit als auch immense Verantwortung, denn du musst alle wichtigen Entscheidungen im Einzelunternehmen selbst treffen können und gleichzeitig bei Fehlern den Kopf hinhalten. (Mir ist wirklich wichtig, dass du dir das vor Augen führst.)

Was ist die richtige Rechtsform für ein Einzelunternehmen?

Prinzipiell kann jede natürliche Person ein Einzelunternehmen gründen. (Eine natürliche Person bist du übrigens.) Wenn du dich für eine solche Gründung interessierst, solltest du dir im Vorfeld Gedanken über die Rechtsform und die Finanzierung machen.

Wie schon erwähnt gibt es eine Vielzahl von Rechtsformen, die du für die Gründung deines Einzelunternehmen wählen kannst. (Keine Sorge, ich helfe dir hier.)

Daher ist es wichtig, dass du dich bereits zu Anfang mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Varianten eines Einzelunternehmens vertraut machst.

Wenn du dein Unternehmen als Kleingewerbe oder im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit führen willst, sei dir darüber bewusst sein, dass das Risiko der persönlichen Haftung recht hoch ist. (Im schlimmsten Fall kommt jemand den Fernseher zuhause abholen.)

Wenn du dein Einzelunternehmen als Kleingewerbetreibender, Kaufmann oder Freiberufler betreibst, ist genau das der Fall. Bei diesen Rechtsformen des Einzelunternehmens haftest du mit deinem persönlichen Vermögen. (Wenn du dich jetzt fragst, was das schon wieder alles ist – keine Sorge, Antwort folgt.)

Falls du bei der Gründung deines Einzelunternehmens eine höhere Sicherheit anstrebst und das Risiko der persönlichen Haftung minimieren willst, ist es besser, wenn du mit Hilfe einer Kapitalgesellschaft den Weg in die Selbstständigkeit beschreitest.

In dem Fall kannst zwischen zwei Optionen wählen und dein Einzelunternehmen als UG oder 1-Personen-GmbH anmelden. (Auch hier bist du also alleine Herr im Ring.) Es besteht auch die Möglichkeit einer kleinen AG, eine Mini-AG quasi, aber die wird in den seltensten Fällen zur Gründung von Einzelunternehmen herangezogen.

Bei diesen 3 Möglichkeiten unterliegst du der beschränkten Haftung und haftest nicht mit deinem Privatvermögen.

Die untenstehende Grafik zeigt welche Entscheidungskriterien eine Rolle spielen können und welche Alternativen existieren. Nochmal zusammengefasst:

  • Freiberufler
  • Kleingewerbe
  • Eingetragener Kaufmann
  • 1-Personen GmbH
  • 1-Personen UG

Davon sind die ersten drei Personengesellschaften und die letzten beiden Kapitalgesellschaften.

Wenn du gerne mehr über das Thema Selbstständigkeit erfahren willst, dann lies hinter dem Link weiter.

Wie sieht die Haftung bei einem Einzelunternehmen aus?

Die Haftung innerhalb deines Einzelunternehmen ist von der jeweiligen Rechtsform abhängig. (siehe Abschnitt davor.) Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, das du dir dabei vergegenwärtigen solltest, ist, ob du mit deinem Privatvermögen haften willst, oder nicht. (Natürlich wirst du jetzt sagen: „Nein, das will ich nicht.“ Aber der Verzicht auf die Haftung geht eben auch mit mehr Aufwand einher.)

Der Freiberufler, Kleingewerbetreibender oder Kaufmann hat dabei immer das Risiko der persönlichen Haftung bzw. der Haftung mit seinem Privatvermögen.

Wenn du jedoch ein Einzelunternehmen in Form einer Unternehmergesellschaft (UG), einer Personen GmbH oder einer kleinen AG gründen willst, besteht das Risiko, dass du mit deinem Privatvermögen haften musst, nicht. Eigentlich würden die meisten solche einzeln geführten Kapitalgesellschaften jedoch nicht als Einzelunternehmen bezeichnen.

Wenn du gerne mehr über juristische Fallstricke erfahren willst, dann klicke hier.

Einen kleinen Tipp zum Thema Haftung bei Einzelunternehmen möchte ich dir aber schon einmal an dieser Stelle mitgeben: in allen Fällen brauchst du für deine Webseite ein Impressum. Hier findest du einen Generator, der dir das Impressum für dein Einzelunternehmen erstellt. Denk also nicht: Ich bin aus der Haftung raus und kann gemütlich durch die Welt laufen.

Ein Einzelunternehmen gründen – Wie werde ich Einzelunternehmer?

Damit du ein Einzelunternehmen erfolgreich gründen kannst, musst du dir zunächst über ein paar grundsätzliche Fragen Gedanken machen.

Unter anderem solltest du klären, ob du eine Unterscheidung zwischen dem Einzelunternehmer und dem Geschäftsführer machen möchtest. Auch die Finanzierung sollte im Vorfeld bereits gut durchdacht sein. Gibt es Kredite, die dir gewährt werden müssen, bevor du dein Einzelunternehmen gründen kannst?

Häufig werden Einzelunternehmen als Kleingewerbe angemeldet oder im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit. (Das ist die meist gewählte Rechtsform.) Wenn du dich für diese Rechtsform entscheidest, ist die Anmeldung wirklich simpel:

Als Kleingewerbetreibender starten:

Ganz simpel musst du ein Gewerbe anmelden. Dazu gehst du zu deinem zuständigen Gewerbeamt und meldest das Gewerbe vor Ort an. Manchmal musst du dafür einen Termin ausmachen und manchmal kannst du das sogar schon online. (Ja, Kommunen brauchen oft etwas länger für die Digitalisierung.)

Als Freiberufler starten:

Freiberufler müssen kein Gewerbe anmelden und zeigen Ihre Tätigkeit lediglich beim zuständigen Finanzamt an. Dazu besorgst du dir den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und trägst alles entsprechend ein. Dann wird dir eine Steuernummer zugeteilt mit der du dann loslegen kannst.

Wie finanziere ich mein Einzelunternehmen?

Wenn du als Einzelunternehmer loslegen willst, solltest du dir über die Finanzierung der Gründung frühzeitig Gedanken machen. Prinzipiell kann jeder Gründer selbst entscheiden wie viel Startkapital er für seine Gründung veranschlagt.

Solltest du jedoch auf Investoren oder einen Kredit für dein Einzelunternehmen angewiesen sein, dann musst du dich rechtzeitig mit den Anforderungen für die jeweilige Förderung auseinandersetzen. Wenn du gerne mehr dazu erfahren willst, wie du einen Business Angel für dich gewinnst, dann klicke hier.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten finanzielle Unterstützung zu bekommen. Die Frage, die dabei zuerst beantwortet werden muss, ist, ob du für dein Einzelunternehmen Geld von anderen bekommen willst oder an deine eigenen Reserven gehst?

Fangen wir doch mit der Selbstfinanzierung an. Wenn du eigene Reserven angespart hast und mit einer gewissen Sicherheit in deine Selbstständigkeit startest, kannst du durch sparsames Wirtschaften lange aushalten, bis die ersten Gewinne eintrudeln.

Es muss nicht immer ein Kredit für die Gründung eines Einzelunternehmens sein

Selbstfinanzierung: Bootstrapping

Bootstrapping bedeutet Finanzierung durch eigenes Kapital und nicht durch externe Mittel.

Du arbeitest hierbei mit einem sehr engen Budget und knappen Ressourcen. Das Ziel ist es, die Betriebskosten deines Einzelunternehmens möglichst gering zu halten und schnell einen positiven Cash Flow zu erzielen.

Dabei kannst du dich auf Gewinne und Rücklagen stützen. Eigene Finanzleistungen haben neben einer gewissen Sicherheit bei Banken noch mehr Vorteile.

Handelt es sich um dein eigenes Geld, bist du natürlich auch um einiges motivierter dieses in Gewinn umzuwandeln. Da du mit knappen Ressourcen beginnst, sollte dein Arbeits- und Planungsprozess klar strukturiert sein.

Letztlich ist der größte Vorteil bei dieser Art der Finanzierung, dass so gut wie alle Anteile beim Gründer bleiben und somit für dich großer Freiraum entsteht.

Allerdings bedeutet eigene Finanzierung auch jede Menge Druck, denn es steht das eigene, hart erarbeite Geld auf dem Spiel. Zudem bist du auf dich selbst gestellt und kannst nicht so einfach auf Know-how von Externen wie bspw. deinen Investoren zurückgreifen. Das kann natürlich zu Fehlentscheidungen führen, was aber nicht deinen Ruin bedeuten muss.

Manch eine Idee zur Gründung eines Einzelunternehmens übersteigt sehr einfach die finanziellen Rücklagen und eine kleine Finanzspritze muss herhalten.

Die Mittel scheinen hier endlos. Von normalen Krediten oder Darlehen bei der Hausbank über Crowdfunding bis hin zu staatlichen Förderungen. Da stellt sich die Frage, welche Finanzierung für dich am günstigsten ist. Gehen wir doch eins nach dem anderen durch.

Family and Friends

Wer ist daran interessiert, dass es dir gut geht und du nicht in finanzielle Notlagen gerätst? Genau, die Personen, die dir am nächsten stehen. Das schöne an Familienmitgliedern ist, dass sie für dich einstehen und vermutlich keine oder keine hohen Zinsen für das geliehene Geld verlangen.

Das soll nicht heißen, dass du das geliehene Geld als selbstverständlich ansehen sollst, gehe verantwortungsvoll damit um und zeige ihnen, dass du es für sinnvoll dein Einzelunternehmen einsetzt. Denn auch wenn deine Freunde und Verwandten dich schätzen, heißt es nicht, dass sie ihr Geld nicht auch irgendwann zurückhaben wollen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: du musst dich nicht durch harte Bank- oder Investorengespräche quälen.

Das Geld ist meistens schneller verfügbar und Familienmitglieder oder Freunde als Investoren zu haben, ist sicherlich auch angenehm. Allerdings gibt es auch erhebliche Nachteile: die Summe des zu verleihenden Geldes hängt stark von der finanziellen Leistungsfähigkeit deines Umfeldes ab.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, Verwandte und Freunde um Geld zu bitten, weil es schlichtweg nicht vorhanden ist. Darüber hinaus ist es auch schon zu Situationen gekommen, in denen eine solche Form der Finanzierung Freundschaften oder Beziehungen erheblich geschädigt haben.

Geld ruiniert eben manchmal die Freundschaft. Umso wichtiger ist es, dass du mit dem Geld vernünftig umgehst und es wie dein eigenes behandelst!

Fremdfinanzierung: Kredit von der Bank

Darlehen und Kredite von Banken sind eine der geläufigsten Methode, um sich Geld für die Gründung von Einzelunternehmen zu sichern. Dabei wird nach Vorlage eines aussagekräftigen Businessplans in den besten Fällen ein Darlehen über einen gewissen Zeitraum aufgesetzt.

Auch hier gibt es viele Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite ist die Bank nicht an Unternehmensanteilen interessiert. Das heißt, du bleibst Herr oder Frau deines eigenen Unternehmens. Die Nachteile sind vor allem die eigene Haftung.

Banken wollen Sicherheit in Form von Rücklagen, Gewinnausschüttungen und ähnlichem haben. Häufig haftest du mit deinem Privatvermögen. Aber kaum ein Gründer kann zu Beginn seines Daseins diese Art von Sicherheiten aufweisen, weshalb es oft zu Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme kommt.

Gerade Gründer mit innovativen Ideen oder Produkten, die bislang noch nicht ihre Markttauglichkeit unter Beweis gestellt haben, haben besonders Schwierigkeiten mit einer positiven Rückmeldung aus einem Beratungsgespräch herauszugehen.

Diese Möglichkeiten sind die beliebtesten, um die Kosten von deinem Einzelunternehmen zu decken. Darüber hinaus kommen noch die Förderprogramme von Bund und Ländern, der Gründerzuschuss der Arbeitsagentur für Arbeit, Innovation Accelerator, Stipendien, Wettbewerbe sowie Crowdfunding zur Finanzierung in Frage. Auch ein Business Angel oder Venture Capital kann dir zu einem gelungenen Start verhelfen.

Nachdem du die Finanzierung geklärt hast, musst du dein Einzelunternehmen anmelden, bevor du mit deinen Tätigkeiten loslegen kannst. Jeder Einzelunternehmer oder der Geschäftsführer einer Personen- oder Kapitalgesellschaft muss sich beim zuständigen Gewerbeamt anmelden.

Jeder Gewerbetreibende unterliegt der unverzüglichen Anzeigepflicht nach § 14 Gewerbeordnung (GewO). Dies ist in der Stadt vorzunehmen, in der die selbständige Tätigkeit ausgeübt wird und/oder sich die Büroräume befinden.

Bei einem Umzug muss das Gewerbe entsprechend umgemeldet werden. In der Regel muss die Anmeldung persönlich erfolgen, manche Gewerbeämter erlauben aber auch die Anmeldung, Ummeldung oder Abmeldung per Post. Informier Dich auf jeweiligen Homepage.

Das heißt, wenn dein Einzelunternehmen ein Gewerbebetrieb (also Kleingewerbe, UG, 1-Personen-GmbH oder du arbeitest als Kaufmann) ist, muss du dich dafür beim Gewerbeamt anmelden. Dort erhältst du dann einen Gewerbeschein für dein Einzelunternehmen.

Gründest du dein Einzelunternehmen nicht als eingetragener Kaufmann oder als Gewerbe, bist du als Freiberufler tätig und musst dich nicht im Gewerbeamt eintragen lassen. Es reicht in diesem Fall, deine Tätigkeit formlos beim Finanzamt anzugeben.

Hier findest du eine ausführliche Anleitung, wie du vorgehen musst, um dein Gewerbe anzumelden.

Welche Steuern muss mein Einzelunternehmen zahlen?

Auch bei der Art von Steuern, die du als Einzelunternehmer zu zahlen hast, werden je nach Rechtsform Unterschiede gemacht. (Keine Sorge, ich helfe dir.) Generell können folgende Steuern anfallen:

  • Einkommensteuer
  • Lohnsteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Umsatzsteuer
  • Gewerbesteuer

Ja, tut mir leid.:-) Leider leben wir im Land der Steuern.

Aber erstmal von Anfang an: Nach erfolgter Gewerbeanmeldung bekommst Du vom Finanzamt den steuerlichen Erfassungsbogen zugeschickt.

Damit beantragst Du Deine Steuernummer für dein Einzelunternehmen. (Als Freiberufler hast du das vorher ja schon gemacht.) Zuständig ist das Finanzamt, in dessen Bezirk die Büroräume fallen. Wenn Du von zuhause aus arbeitest, demnach Dein Wohnsitzfinanzamt.

Hier werden alle Angaben des Einzelunternehmens eingetragen sowie eine Schätzung des zukünftigen Umsatzes und des Gewinns für das laufende und das kommende Jahr.

Auf diesen Zahlen basiert die Veranlagung Deines Finanzamtes für alle zukünftigen quartalsweisen Einkommensteuervorauszahlungen (bei GmbHs Körperschaftsteuervorauszahlungen) und ggf. Gewerbesteuervorauszahlungen.

Deswegen sollten hier nicht zu hohe Beträge eingetragen werden, denn damit wird die Liquidität geschmälert. Auch werden hier alle wichtigen Angaben zur Umsatzbesteuerung vorgenommen. Fehler im Erfassungsbogen können korrigiert werden, aber besser ist es, diesen vor Einreichung beim Finanzamt mit einem Steuerberater durchzusprechen.

„Ok Felix, aber was muss ich jetzt also zahlen?“ Jas, du hast recht. Info kommt:

Gewerbesteuer: Die zahlst du ab einem Gewinn von 24.500 Euro. Die fällt für alle obigen Rechtsformen an, außer für den Freiberufler. Wenn du dazu mehr wissen willst: Gewerbesteuer Infos.

Einkommenssteuer: Die kennst du wahrscheinlich schon. Dein zu versteuerndes Einkommen unterliegt pro Jahr der Einkommenssteuer. In der Regel zahlst du die Einkommenssteuer voraus – so wie du das von den Strombeiträgen kennst und beim Jahresabschluss werden diese Vorauszahlungen mit den wirklichen Einnahmen verrechnet und du musst nachzahlen oder bekommst etwas zurück. (Für alle Rechtsformen)

Lohnsteuer: Wenn du Mitarbeiter hast, fällt für diese je nach Anstellungsart Lohnsteuer an. Das kennst du vielleicht noch selbst, wenn du mal angestellt warst. (Für alle Rechtsformen)

Körperschaftssteuer: Der Steuersatz der Körperschaftssteuer liegt bei 15 Prozent. Mehr Infos hier. Die Körperschaftssteuer fällt für alle Kapitalgesellschaften an – also die UG, die GmbH und die AG.

Umsatzsteuer: Sofern du nicht die Kleinunternehmerregelung nutzt, weist du auf deinen Rechnungen die Umsatzsteuer aus. Deine Umsatzsteuereinnahmen werden mit den Ausgaben verrechnet und die Differenz zahlst du ans Finanzamt oder bekommst eben etwas zurück.

Ein häufiger Fehler, den Einzelunternehmen bei Steuern machen, betrifft das Thema Umsatzsteuer. Nicht selten werden Steuerarten vermischt. Die Umsatzsteuer besteuert den Leistungsaustausch, der wirklich immer erfolgt und somit immer Steuern abverlangt.

Einzelunternehmen unterläuft leider oft auch der Fehler, zu denken, ihre geplanten Umsätze seien nicht steuerpflichtig. Generell sind alle innerdeutschen Umsätze steuerpflichtig, es kann aber je nach Art des Umsatzes Befreiungen geben. Nach der Leistungsart bestimmt sich auch der Umsatzsteuersatz, in Deutschland entweder 7 % oder 19 %. Fehlerhafte Angaben im steuerlichen Erfassungsbogen können nach einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt teuer werden.

Auch das Thema Kleinunternehmerregelung ist ein Thema der Umsatzsteuer. Ein Kreuz im Erfassungsbogen an dieser Stelle bedeutet, dass die Umsätze deines Einzelunternehmens zwar umsatzsteuerpflichtig sein können, aber aufgrund der Höhe die Erleichterung „Kleinunternehmerregelung“ in Anspruch genommen wird.

Demnach dürfen deine Umsätze im ersten Jahr nicht 17.500€ brutto übersteigen (Achtung: Anteilig zu berechnen bei unterjähriger Gründung) und im zweiten Jahr 50.000€. In diesem Fall musst du dann auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und auch keine Umsatzsteuervoranmeldungen (für Gründer meistens monatlich) und Umsatzsteuerjahreserklärungen abgeben.

Du siehst – die Fehlerquellen für falsche Einschätzungen, falsch ausgestellte Rechnungen und falsche Umsatzsteuervoranmeldungen sind hoch.

Wichtig ist, dass dir als Gründer, der du als Einzelunternehmer jetzt bist, bewusst bist, dass du jetzt selber für die Zahlung deiner Einkommensteuer verantwortlich bist.

Wenn du vorher angestellt warst, hat dein Arbeitgeber deine Einkommensteuer immer berechnet und monatlich an das Finanzamt überwiesen (da heißt es nur Lohnsteuer). Als selbständiger Einzelunternehmer wird deine neue Einkommensteuerzahlung quartalsweise vom Finanzamt erhoben und auf Grundlage des steuerlichen Erfassungsbogens berechnet.

Die Vorauszahlungen können auch nachträglich nach oben oder unten anpasst werden. Die Einkommenssteuer musst du auch zahlen, wenn du Kleinunternehmer bist.

Natürlich wird es einige Zeit dauern, bis dein Einzelunternehmen Gewinne abwirft, dennoch solltest du dir auch über die Gewinnverteilung frühzeitig ausreichende Gedanken machen.

Hinzu kommt, dass du lernst gewisse Aufgaben zu delegieren. So sind beispielsweise ein guter Steuerberater und ein exzellenter Buchhalter unerlässlich, wenn du mit deinem Einzelunternehmen erfolgreich wirtschaften willst.

Arbeite ich als Einzelunternehmer am besten von zuhause?

Wenn du dein Einzelunternehmen von zuhause aus betreibst, findest du in diesem Video hilfreiche Tipps von mir, wie du das meiste aus deinem Unternehmertum von zuhause rausholst und produktiv bist:

https://www.youtube.com/watch?v=6zmX3gpDJV4

Steht ein Einzelunternehmen im Handelsregister?

Ob du dein Einzelunternehmen im Handelsregister eintragen lassen musst, hängt von der jeweiligen Rechtsform ab, die du für die Gründung wählst. Als Freiberufler oder als Kleingewerbetreibender ist es nicht notwendig, dass du dich im Handelsregister eintragen lässt.

Sofern du aber eine 1-Personen GmbH, eine UG gründen willst oder dich als Kaufmann niederlässt, musst du eine Eintragung im Handelsregister vornehmen. Die Kosten für die Eintragung deines Einzelunternehmen variieren je nach Rechtsform. Prinzipiell belaufen sich die Kosten jedoch zwischen 200 und 300 Euro.

Gründung eines Einzelunternehmens: Rechtsform, Haftung und Steuern im Vergleich

Ich habe dir hier nochmal einen kleinen Überblick über die jeweiligen Rechtsformen und die Auswirkungen auf Gewerbeanmeldung und weiterer Faktoren erstellt, in der Hoffnung, dass dir das hilft.

Welchen Firmennamen kann ich bei einem Einzelunternehmen wählen?

Nomen est omen, heißt es im allgemeinen Sprachgebrauch bekanntlich so schön. Das gilt insbesondere für den Namen deines Einzelunternehmen.

Meistens werden Einzelunternehmen jedoch unter dem natürlichen Namen der Person gelistet, von der sie gegründet worden sind. Sofern eine Eintragung im Handelsregister besteht, ist es auch möglich deinem Einzelunternehmen einen Firmennamen zu geben unter dem es gelistet und geführt wird.

So wäre das etwa bei einem eingetragenen Kaufmann der Fall. Es ist weiterhin strittig, ob das Unternehmen einen fiktiven Markennamen führen darf. Wichtig ist, dass du auf sämtlichen Unterlagen den eigentlichen Inhaber des Unternehmens angibst.

Welchen Namen du für dein Einzelunternehmen wählst, ist auch von der jeweiligen Rechtsform abhängig. Zum Beispiel sind deiner Fantasie in der Namensgebung als Kleinunternehmer oder Freiberufler eindeutige Grenzen auferlegt.

Hierbei hast du demnach keinen allzu großen Spielraum, da der Einzelunternehmer aus dem Namen seines gegründeten Unternehmens eindeutig hervor gehen muss.

Namenszusätze sind als Kaufmann oder der Gründung einer 1-Personen GmbH dafür aber möglich.

Simpel gesagt:

Gewerbetreibende und Freiberufler treten mit ihrem persönlichen Namen am Markt auf (z.B. Felix Thönnessen). UGs, GmbHs und Ags können dagegen auch einen fiktiven Namen wählen (zB Aviantoma GmbH). Etwas strittig ist, ob auch Gewerbetreibende oder Freiberufler mit einem Markennamen zusätzlich zu ihrem persönlichen am Markt agieren dürfen.

Alles in Allem gibt es eine Vielzahl von Varianten, wenn du ein Einzelunternehmen gründen willst und mehrere unterschiedliche und facettenreiche Ausführungsformen.

Der Schritt ein Einzelunternehmen zu gründen ist ein sehr mutiger, doch ebenso wird er dich deinen persönlichen Träumen und Zielen ein gutes Stück näher bringen. Lass dich nicht aufhalten von rechtlichen Themen, wenn du es einmal verstanden hast, dann ist es gar nicht so schwer. Ich hoffe mein Artikel hat dir dabei ein wenig geholfen.

Fehlt dir eine Info? Willst du noch mehr wissen? Lass es mich wissen.

Bleib motiviert Felix

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Danke für den super Beitrag, war auf jeden Fall sehr informativ. Bei einer Sache stimme ich jedoch nicht so ganz zu und das ist der Buchhalter. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass man, vorausgesetzt man hat ein bisschen eine Grundahnung, mit einer guten Rechnungssoftware auch sehr weit kommt und alles Wichtige erledigen kann.

Also ich muss sagen, du bist einfach ein netter Kerl. Extrem gute Zusammenfassung für junge Gründer und Startups. Trotz aller Steuern & Co. sollte man sich als junges Unternehmen nicht vom Start abhalten lassen. Die Zeiten sind echt super um eine innovative neue Geschäftsidee ganz groß werden zu lassen.