Unter dem Begriff Private Equity versteht man das außerbörsliche Eigenkapital oder auch Beteiligungskapital. Darunter wird vor allem der Erwerb einer Unternehmensbeteiligung verstanden, mit dem Ziel diese zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die zu erwartende Rendite am Größten ist, wieder weiterzuverkaufen. In diesem Artikel werde ich die wichtigsten Fakten und Grundlagen anschneiden, sodass du einen Einblick in diese Finanzierungsform bekommst.
Was ist Private Equity?
Beim Private Equity, oft kurz PE, können sowohl private Investoren als auch institutionelle Anleger Kapital bereitstellen. Gerade bei Existenzgründungen und jungen Unternehmen ist das Risiko eines Scheiterns besonders hoch. Ich sehe das immer wieder bei Start ups, die ich von der Idee bis zum Investment begleite.
Trotz des hohen Risikos bleibt Private Equity für viele Anleger attraktiv. Denn entwickelt sich ein Unternehmen erfolgreich, kann die Rendite deutlich höher ausfallen. Genau deshalb spricht man hier oft von Risikokapital. Ähnlich wie beim Crowdfunding oder an der Börse gilt auch hier: Höheres Risiko kann höheren Gewinn bedeuten.
Da sich die Erträge beim Private Equity nicht sicher vorhersagen lassen, investieren Anleger immer mit Unsicherheit. Sie setzen also auf Potenzial, nicht auf Garantien.
Bei privaten Investoren handelt es sich oft um vermögende Unternehmer oder erfahrene Geschäftsleute. Zu den institutionellen Anlegern zählen meist Banken und Versicherungen. Beide Gruppen investieren bevorzugt dort, wo das Verhältnis von Risiko und möglicher Rendite attraktiv wirkt.
Wer in Private Equity investieren will, braucht aber vor allem eines: Ausdauer. Solche Beteiligungen laufen meist über einen langen Zeitraum. Typisch sind Laufzeiten von etwa zehn bis zwölf Jahren.
Welche Möglichkeiten bietet Private Equity?
Eine PE Beteiligung an einem Unternehmen ist stets mit einer höheren Risiko-Rendite gekennzeichnet; dadurch, dass häufig in Neugründungen investiert wird, bei denen der Investor nicht absehen kann, wie sich das Start-up wirtschaftlich entwickelt. Von einem absoluten Verlust des investierten Kapitals bis hin zu einer hohen Rendite ist daher alles möglich.
Beim Private Equity besteht auch die Option, die beratende Funktion dahingehend auszubauen, dass der Investor bestimmte Mitspracherechte im Start-up erhält. Auf diese Weise ist es ihm möglich einen größeren Einfluss auf das Unternehmen und seine wirtschaftliche Entwicklung zu nehmen.
Stelle dir einmal folgendes vor: Ernie und Bert haben einen kreativen Einfall, aber nicht das notwendige Kleingeld, um diese brillante Idee auch umzusetzen. Dadurch, dass die beiden aber über keinerlei finanzielle Rücklagen verfügen und außer einem grandiosen Konzept nichts vorweisen können, gewährt ihnen keine Bank einen Kredit. Durch eine Private Equity Gesellschaft erhalten Ernie und Bert aber das notwendige Startkapital. Somit bekommen sie die Chance ihre Idee und sich als Unternehmer zu beweisen.
Das PE verhilft daher nicht nur Ernie und Bert ein Start-up zu gründen, sondern greift auch jedem anderen jungen Unternehmen, das an sich und seine Geschäftsidee glaubt, helfend unter die Arme.
Falls du dich jetzt fragst wie hoch der Betrag ist, den ein Private Equity Investor mit sich bringen sollte, muss ich dir an dieser Stelle leider sagen, dass es dafür kein festgelegtes Regelwerk gibt.
Grundsätzlich gilt aber, wer so in das Start-up investieren will, dass er oder sie auch Mitspracherechte am Unternehmen erhält, sollte mit fast 4 Millionen Euro Startkapital recht tief in die Tasche greifen.
Für Kleinanleger sind Startsummen von 10.000 Euro jedoch eher die Regel.
Welche Beispiele gibt es für das Private Equity?
Beim Private Equity kann sich der Investor also entweder mit seinem Finanzierungskapital direkt in das Unternehmen einkaufen oder in einen Fonds investieren, der von einer Private Equity Gesellschaft verwaltet wird.
Im zweiten Fall erwirbt eine Gesellschaft so viele Unternehmensanteile, dass sie unmittelbar in die Unternehmensverwaltung einwirken kann. Indem, sich die Private Equity diese Mitspracherechte gesichert hat, versucht sie mit wirtschaftlich guten Geschäften den Wert des Unternehmens zu steigern, sodass sie die Anteile möglichst gewinnbringend weiterverkaufen kann.
Ich finde, dass man es gut mit einem Gebrauchtwagenhändler vergleichen kann. Dieser kauft ein Auto zu einem Spottpreis ein, weil es demoliert ist oder möglicherweise einen Motorschaden hat. Er investiert sein Geld in das Auto und baut es wieder zusammen, nachdem er das getan hat und der Wagen wieder verkehrstauglich ist, verkauft er ihn zu einem höheren Preis an einen anderen Händler oder eine Privatperson weiter.
Generell lässt sich sagen, dass die PE Gesellschaften allein in Deutschland an tausenden von Unternehmen beteiligt sind. Das gilt insbesondere für kleine Unternehmen und Existenzgründungen. Demzufolge arbeitet eine Vielzahl von Menschen in Konzernen, die erst durch das Privat Equity entstehen konnten.
Dennoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Risiken bei einem PE Investment mit denen von Aktien vergleichbar sind. Das Verlustrisiko ist hoch und stets gegeben und sollte auf alle Fälle bevor das Investment getätigt wird, gut überdacht sein. Eine Garantie auf eine erfolgsversprechende Rendite gibt es keinesfalls.
Für diejenigen, denen ein Totalverlust des Finanzierungskapitals zu heikel erscheint, besteht auch die Möglichkeit eines PE Fonds, der das Kapital auf diverse Unternehmen verteilt. Auf diese Art und Weise tritt eine größere Risikostreuung ein und die Investoren haben mehr Sicherheit.
Natürlich wäre es das Allergrößte sein Finanzkapital ohne großartige Verluste und mit der größtmöglichen Rendite gesichert zu sehen. Doch Sicherheiten gibt es im Leben nie und bei Geldgeschäften am allerwenigsten. Daher sollte sich jeder vorhergenau überlegen, ob er gewillt ist dieses finanzielle Risiko einzugehen, und ob er oder sie den Nervenkitzel vertragen kann.
Bleib motiviert,
Felix






