Fünf Dinge, die du als Keynote Speaker nie vergessen darfst

Felix Thönnessen 0 Comments

Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit. Wie schaffe ich es als Keynote Speaker meinen Vortrag so zu aufzubereiten und zu gestalten, dass mein Publikum am Ball bleibt? Das scheint der zentrale Punkt in jeder Präsentation zu sein, denn was nützt es die besten und innovativsten Ideen zu haben, wenn du sie deinen Zuhöreren nicht richtig verkaufen kannst? Grade in der digital-naitve-Generation, in der wir uns heutzutage bewegen, wirkt die Aufmerksamkeit der Gesellschaft nicht größer als die einer Eintagsfliege. Wie also könnte ein provisorisches Konzept aussehen, an dem man sich langhangeln kann, um einen möglichst guten und auch interessanten Vortrag zu halten? Hierzu möchte ich dir einfache Fünf-Schritte nennen, mit denen deine zukünftigen Vorträge garantiert Erfolg haben werden!

1. Habe einen Plan
Was sagt der Igel zum Hasen? Ganz genau: Ich bin schon da. Wenn du eine Präsentation halten und vor einem Publikum frei sprechen musst, dann ist eine gute Vorbereitung das A und O. Wenn du über ein Thema referieren willst, dann informiere dich zunächst ausgiebig darüber. Wichtig dabei ist jedoch, habe immer mehr Hintergrundwissen als du in deinem Vortrag später widergeben willst, sodass du bei eventuellen Rückfragen immer auf einige Punkte näher eingehen kannst. So wirst du in deiner Präsentation immer den Eindruck erwecken, dass du überdurchschnittlich gut über dein Thema Bescheid weißt und sorgfältig recherchiert hast. Eine gute Recherche gibt dir selbst auch das Gefühl von Sicherheit. Doch auch hierbei gilt, keiner kann alles wissen und keiner verlangt von dir, dass du alles weißt. Solltest du feststellen, dass du an einer Stelle die Fragen deiner Zuhörer nicht beantworten kannst, dann scheue dich auch nicht davor dies offen zuzugeben. Insbesondere bei komplexen Themen bietet sich eine gezielte Schwerpunktsetzung mit entsprechender Begründung deiner Einschränkung an. Der Mut zur Lücke zeigt deinem Publikum dabei nur, dass du deinen Fokus auf andere Punkte gelegt und dich intensiv mit deiner Sache auseinander gesetzt hast.

2. Habe eine Struktur
Ja, auch das Konzept eines guten Vortrags braucht wiederrum ein Konzept. Klingt erst einmal komisch – ist aber so! Die beste Vorbereitung der Welt wird dir nichts nutzen, wenn du nicht dazu in der Lage bist deinen Vortrag didaktisch ordentlich aufzubereiten, damit dein Publikum dir folgen kann. Vermeide auf jeden Fall unnötige Sprünge innerhalb deines Themas. Allgemein kann man sich bei der Aufbereitung des Inhalts auf zwei Methoden festlegen: die induktive und die deduktive Variante. Während bei der induktiven Methode von dem Spezialfall ins Allgemeine geschlossen werden kann, verhält es sich bei der deduktiven Vorgehensweise genau entgegengesetzt. Ob sich eine dieser Möglichkeiten anbietet, hängt jedoch von deinem Thema ab. Allgemein betrachtet empfiehlt sich aber immer mit einer klaren Gliederung deines Inhalts zu beginnen; damit bereitest du deine Zuhörer auf den kommenden Vortrag vor und verschaffst dir selbst ein stabiles Fundament. Kläre auch bereits am Anfang deiner Präsentation ab, ob Zwischenfragen deiner Zuhörer während deiner Redezeit erwünscht sind oder ob sie dich zu sehr ablenken würden. Im Regelfall empfiehlt es sich mit den Fragen bis zum Ende deiner Präsentation zu warten und möglicherweise sogar nicht selbst Rede und Antwort zu stehen, sondern Fragen auch an das Publikum zu verteilen (siehe auch Punkt 5).

3. Handout, PowerPoint oder Freistil
Ich habe mal von einem Professor an meiner Uni gehört: „Studenten, die eine PowerPoint-Präsentation anfertigen, haben in der Regel keine Power und keinen Point.“ Ich meine, was er damit eigentlich sagen wollte, war, wenn du deinen Vortrag durch eine PowerPoint-Präsentation unterstützen (!) willst, dann halte dich hierbei kurz und bündig. Dein Thema und du stehen im Mittelpunkt deines Vortrags und nicht die PowerPoint. Du möchtest schließlich nicht, dass deine Zuhörer von seitenlangen Texten erschlagen oder von flippigen und ausgefallen Überschriften und Slide-Effekten abgelenkt werden oder? Die beste PowerPoint-Präsentation wird dir nichts bringen, wenn du unzureichend vorbereitet bist. Wichtige Stichpunkte sind jedoch vollkommen in Ordnung und unterstützen deinen Vortrag visuell. Auch Handouts sind super, wenn sie im Anschluss an deinen Vortrag verteilt werden und für die Zuhörer das Wichtigste zu deinem Thema bündeln. Der vollkommen freie Redestil gilt als die Königsdisziplin innerhalb einer Präsentation, denn zu diesem gehört einiges an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Mach dich dabei aber bitte vollkommen frei von der Vorstellung deinen gesamten Vortrag auswendig zu lernen und das auswendig gelernte dann deinem Publikum runterzurasseln. Das wirkt wenig souverän und sensible Zuhörer werden deinem gesprochenen Deutsch immer anhören, dass es zuvor einmal geschriebenes gewesen ist. Erstelle kurze Notizen mit den wichtigsten Begriffen, auf die du näher eingehen willst. Mit dieser Methode stellst du sicher, dass du eine solide Basis hast, um die wesentlichen Punkte nicht zu vergessen, bist aber in der freien Formulierung nicht allzu sehr eingeschränkt. Doch auch bei einem freien Redestil bietet es sich an dein Publikum zu bitten sich die wichtigsten Dinge zu notieren. So bleiben sie während deines Vortrags bei der Sache und auf dein Thema konzentriert.

4. Körpersprache und Mimik
Nicht jedem von uns sind Souveränität und Selbstdarstellung angeboren, doch mit kleinen Kniffs wirst du schnell nach außen den Eindruck erwecken als seist du dir deiner Sache sicher. Der erste Tipp klingt simpel, ist aber sehr effektiv: Halte etwas in den Händen, damit sich deine Arme oberhalb der Hüfte befinden und du sie nicht vor deinem Köper verschränken musst. Von einzelnen Blättern Papier würde ich dir persönlich abraten, da man daran die zitternden und nervösen Hände wortwörtlich schnell ablesen kann. Auch ein einzelner Stift kann ruck-zuck arrogant und überheblich wirken. Ähnlich einem Menschen, der mit seinem Gehstock oder Regenschirm auf Dinge zeigt. Am besten eigenen sich dafür Karteikarten in mittlerer Größe. Diese halten die Hände still und geben dir das Gefühl von Halt und Sicherheit während deines Vortrags. Überfülle die Karteikarten jedoch nicht! Spiele während deiner Präsentation nicht mit Qualitäten und Mitteln, die dir nicht zur Verfügung stehen. Das oberste Gebot bei allem lautet: Sei und bliebe authentisch. Wenn du etwas unsicher bist oder an einer Stelle den Faden verlieren solltest, dann nimm dir die Zeit, die du brauchst, um deinen Fluss wieder aufzunehmen. Momente der Stille, während alle Augen auf dich gerichtet sind, werden dir persönlich dabei immer länger vorkommen als deinem Publikum. Sich selbst die Zeit für seinen eigenen Vortrag zu nehmen zeugt von großem Selbstbewusstsein. Hierbei kann es durchaus hilfreich sein den Vortag im Vorfeld bewusst zu Hause vorzusprechen und zu üben. So wirst du zum einen kleine Pausen zielgerichteter einsetzen, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu fesseln und zum anderen kannst du die Zeit, die du für deinen Redeanteil benötigst besser bemessen.

5. Stelle Fragen
Du hälst die Präsentation, also bist du auch allein dafür verantwortlich, dass keine Stille im Saal herrscht? Falsch! Stelle Fragen (wenn auch nur rhetorische) und beziehe das Publikum an gewissen Stellen mit ein. Überspitzt formuliert: Mache nicht die ganze Arbeit deines Vortrags allein. So sind die anderen dazu gezwungen konzentriert bei der Sache und zu blieben, um dir folgen zu können. Außerdem wirst du im Diskurs mit anderen dein eigenes Thema vertiefen und einige Punkte aus einem anderen Blickwinkel betrachten lernen. Im chinesischen heißt es so schön, dass der Lehrer die Kunst immer nur zusammen mit seinem Schüler entwickeln kann. Grade wenn du wohlmöglich wochenlang zu deinem Thema recherchiert hast, wirst du deine Sicht irgendwann unbewusst eingeschränkt haben. Vergiss nicht: Du besitzt mehr Hintergrundwissen als dein Publikum, sodass du dich deinem eigenen Inhalt nicht mehr objektiv widmen kannst.
Im Grunde gilt bei der Befolgung der einzelnen Punkte und dem anschließenden Vortrag das was im Leben immer gilt; mach dich nicht zu sehr verrückt. Natürlich gibt es wichtige Vorträge von denen Vieles abhängen kann, aber an sich zu glauben ist die halbe Miete. Selbst wenn nicht alles nach Plan laufen sollte, jeder wird verstehen und nachempfinden können, wie es einem Vortraghaltenden im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit geht.

Und zu guter Letzt ein nicht ganz ernst gemeinter Ratschlag: Wische deine vor Nervosität und Aufregung schwitzigen Hände bitte immer an deiner eigenen Hose ab.

Bleib motiviert. Felix

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