Speeddating ist das beste Marketingtool der Welt

Felix Thönnessen 0 Comments

Warst du schon mal beim Speeddating, mein Freund? Also bei einem richtigen, wo man den Partner fürs Leben kennenlernen kann oder zumindest den fürs Wochenende?

Ich glaube es passieren da ein paar lustige Dinge, nicht nur weil Menschen sehr verschieden sind, sondern auch weil es einfach verrückte Leute da draußen gibt. (Verrückt ist jetzt keineswegs abwertend gemeint, viel mehr nur ein zutreffendes Adjektiv als Zusammenfassung unterschiedlichster Charaktere.) Wie viele Leute lernt man denn eigentlich an so einem Speeddating Abend kennen?

Ich meine das kann sich doch keiner alles merken. Dann sitze ich also da und Monica, Theresa, Sarah und Anna kommen zu mir an den Tisch und ich sitze da ganz locker in meinem Ledersessel und gebe allen die Chance mich von sich zu überzeugen. Ich muss natürlich nicht überzeugen, ist ja klar, aber jede der Teilnehmerinnen bekommt 10 Minuten Zeit zur persönlichen Vorstellung bei Felix Thönnessen. (Vielleicht nennt man das aber auch eher Casting.) Dann kann ich mir spätestens nach der dritten sicher nicht mehr alles merken und schmeiße Informationen durcheinander. Oder bekommt man einen Block auf dem man dann die wichtigen Informationen eintragen kann. Name Doppelpunkt, Vorlieben Doppelpunkt, meine eigene Bewertung Doppelpunkt. Wäre doch eine ziemlich lustige Vorstellung. Ich will dann definitiv auch einen goldenen Füller oder noch besser so eine alte Feder und dann gucke ich auch nur mürrisch drein.

Nein, mal ehrlich, wie funktioniert das wirklich? Man hat sicher ja nur ein paar Minuten Zeit den Anderen kennenzulernen und muss wie in einem Pitch von sich überzeugen. Ich würde das Ganze wahrscheinlich ziemlich rational aufziehen und ein Konzept für meine Präsentation erstellen und dann super vorbereitet in den Kampf ziehen. Zunächst würde ich also  eine Konkurrenzanalyse machen und mir die Mitbewerber im Raum genau anschauen und ein Benchmarking durchführen. Aber die Zielgruppe muss ich natürlich auch näher betrachten. Gibt es überhaupt Frauen, die mich äußerlich ansprechen.

Wie funktioniert das eigentlich mit dem Alter dann? Weil Speeddating ist doch nach unten und oben nicht limitiert, oder? Also kann ich dann etwa mit 18 Jahren auch am Tisch einer 60-jährigen Frau sitzen? Oder werden die Leute in Gruppen zusammengepfercht und die alten Leute sitzen auf Sofas und die Jungen stehen an Stehtischen – Fragen über Fragen.

Also, man muss sich schon irgendwie interessant machen. Also mehr bieten als nur Name, Hobbies und Informationen zum Wohnort. Ich würde wahrscheinlich eine Geschichte erzählen und die ganze Zeit reden. Am Ende ist die Zeit dann vorbei und ich habe von der Person gegenüber gar nichts kennen gelernt. (Super Taktik.) Nein, ich denke das ein Gespräch unter so einer gezwungenen Atmosphäre nicht ganz so einfach ist, also muss man versuchen das Ganze vielleicht etwas aufzulockern und dabei einfach nett und authentisch wirken. Gerade diese Geschichte mit authentisch ist nicht einfach, weil man ist doch am Anfang eigentlich nie authentisch. Ich weiß, dass klingt sehr paradox, aber am Anfang zeigt man sich eigentlich nur von seiner besten Seite und die blöde Seite zeigt man nicht unbedingt direkt. Bei manchen Leuten ist die blöde Seite (welch anspruchsvolle Wortschöpfung) auch größer/stärker/ausgeprägter als die gute Seite, darum nennt man diese Menschen auch Dummköpfe. Eigentlich ist ja nicht nur der Kopf dumm, sondern die ganze Person, aber dann hieße es Dummmenschen und dann kommt dreimal „m“ hintereinander und das sieht nicht aus – irgendwie sieht das aus wie eine Elefantenherde.

Ich verliere schon wieder den Faden und das darf nicht passieren. Also wir waren beim Speeddating stehen geblieben und der Möglichkeit vielleicht den oder die Richtige einfach auf einem gezauberten Event kennenzulernen. Geht das? Was denkst du darüber? Meinst du das kann klappen? Ich glaube schon. Klar, die Voraussetzungen sind erzwungen und schwierig, aber im Supermarkt ist es doch auch nicht anders und hier weißt man wenigstens das der Andere auf Empfang steht. (Wobei im Supermarkt weiß ich zumindest was der andere einkauft und kann so auch schon mal den oder die Eine ausschließen.)

Vielleicht zünden die Veranstalter auch romantisch eine Kerze auf den Tischen an und alles duftet nach irgendwas Leckerem. (Sehr differenzierte Aussage.) Vielleicht findet das Ganze aber auch im Bürgerbüro statt und Elmar Grubenstängel ist der Veranstalter und trägt ein modernes Mikrofon mit Kabel und bespasst die ganze Gruppe so dass sich wirklich jeder unwohl fühlt. (Nichts gegen den Namen Elmar – irgendeinen Namen musste ich schließlich nehmen und Elmars oder Elmare gibt es nicht so viele.)

Was das mit Existenzgründung zu tun hat? Nun wenn du deine Idee vor Investoren pitchst oder vorstellen willst, solltest du dir genau diese Gedanken machen. Wer sitzt dir da eigentlich genau gegenüber, wie kannst du diese Person überzeugen in dich zu investieren und an Bord holen. Auch solltest du dir überlegen, wer da noch pitcht und wie du es schaffst dich und deine Idee zu differenzieren.

Zuguterletzt solltest du eine Taktik entwickeln und das ist mehr als das aneinanderreihen von Folien, sondern einen wirklicher Schlachtplan haben, wie du zu dem Ergebnis kommst, das du verfolgst. Wie du deinen Pitch aufbaust, habe ich dir auf einer separaten Seite zusammengestellt, damit du genau dahin kommst, wo du sein willst. Hier geht es lang zum Pitchdeck.

Bleib motiviert Felix

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