5 Vor- und Nachteile, wenn du dich nebenberuflich selbstständig machen willst

Felix Thönnessen 1 Comment

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt wie es ist, sein eigener Chef zu sein und selbst zu bestimmen, wann und wo du gerne arbeiten willst.

Auf der anderen Seite traust du dich nicht, den Schritt in die vollkommene Selbstständigkeit zu wagen. Dann habe ich hier genau das Richtige für dich: sich nebenberuflich selbstständig machen verbindet das Beste aus beiden Welten miteinander!

Was sich erstmal anhört, wie der Songtext eines Teenie-Popstars habe ich hier feinsäuberlich nach Pro und Kontra kategorisiert. In den folgenden 10 Vor- und Nachteilen erfährst du, ob die nebenberufliche Selbstständigkeit wirklich das Richtige für dich ist.

https://www.youtube.com/watch?v=eRbkqNgGpNc&t=33s

Pro nebenberuflich selbstständig machen

1. Du bist dein eigener Chef

Für die meisten beginnt die nebenberufliche Selbstständigkeit mit einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Wenn es dir möglich ist und du einen kompletten Wochentag für den Aufbau deiner neuen Existenz zur Verfügung hast, fühlt sich das schon sehr nach Freiheit an.

Aber selbst, wenn du nach Feierabend jeden Tag noch eine Stunde in den Aufbau deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit steckst, geht dir zwar auf der einen Seite wertvolle Freizeit flöten, auf der anderen Seite bist du allerdings vollkommen frei in deinen Entscheidungen. Keiner schreibt dir vor, wie es schon immer gemacht wurde. Du bist Chef.

2. Freiheit

Für das Zeitmanagement gilt im Grunde das Gleiche, wie für das Privileg des Gefühls sein eigener Chef zu sein. Du alleine triffst die Entscheidung, wann du arbeitest. Keiner, außer vielleicht deine Kunden, kann dir vorschreiben, dass du zu unchristlichen Zeiten antanzen musst.

Wenn du dich nebenberuflich selbstständig machst, bist du natürlich noch an die Vorschriften deines hauptsächlichen Jobs gebunden, aber die zeitliche Gestaltung deiner Nebenberuflichkeit ist dir überlassen. Tschüss Zwang, hallo lang ersehnter Mittagsspaziergang!

Ein weiterer kleiner Vorteil der nebenberuflichen Selbstständigkeit ist es, dass du deinen Arbeitsort selbst wählen kannst (danke an dieser Stelle an die liebe Digitalisierung).

Ist es nicht ein wunderschöner Gedanke, theoretisch sogar von deinem Bett aus arbeiten könntest? Vielleicht nicht für jeden das Richtige, den ganzen Tag im Schlafi rumzuhängen, aber in meinen Augen eine sehr kuschelige Vorstellung 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=6zmX3gpDJV4

Ein flauschiges Kaffee, ein Co-Working-Space in deiner Heimatstadt oder vielleicht sogar auf Bali – dein Arbeitsplatz kann zu dir kommen.

3. Finanzen

Das Gute am nebenberuflichen Gründen ist, dass du ein nettes kleines Nebeneinkommen verdienst – vor allem, wenn du noch nicht Vollzeit arbeitest, weil du z.B. Student bist. Natürlich braucht das erstmal eine kleine Anlaufphase und ist auch vom Typ deines Unternehmens abhängig.

Dabei kannst du mittlerweile über 9.000€ im Jahr verdienen, bevor die Steuer zuschlägt (nach deutschem Recht). Das sind auf den Monat umgerechnet knapp über 750€. Das macht dich vielleicht nicht zum Krösus, aber zumindest zum Unternehmer.

Diese Verdienstgrenze gilt jedoch für dein gesamtes Einkommen in einem Jahr. Wenn du also Student bist und keinen oder nur einen Mini-Job neben dem Studium hast, ist dieser Freibetrag super für dich. Wenn du allerdings einen „normalen“ Voll- oder Teilzeit-Job ausübst, wird dieser Freibetrag natürlich auch schon auf dieses Einkommen angerechnet.

Dennoch rate ich dir mit deinem Steuerberater oder dem Finanzamt Rücksprache zu halten, damit du auf der sicheren Seite bist, da steuerliche Freibeträge von vielen Faktoren abhängig sind und auch schon mal variieren können.

Ein weiterer, großer Punkt: Für die nebenberufliche Selbstständigkeit benötigst du in der Regel keine Investoren. Dennoch kann ein gutes Pitchdeck bei der Umsetzung deiner Idee hilfreich sein.

https://www.youtube.com/watch?v=XKc4MSwtr9E

4. Sicherheit

Gerade in der heilen, deutschen Welt ist man an einen gewissen Sicherheitsstandart gewöhnt. Arbeitet man als Angestellter, kommt das Geld scheinbar aus der Wand und die Krankenversicherung ist gebongt. Entscheidest du dich dafür, dich nebenberuflich selbstständig zu machen, bleiben dir diese Privilegien erstmal erhalten. Deine monatlichen Fixkosten werden von deinem Job gedeckt und das Risiko einer finanziellen Notlage wird minimiert.

Mit diesem Vorteil lassen sich besorgte Eltern und Freunde besonders effektiv besänftigen. Vom Argument des sicheren Einkommens können viele Gründer wohl ein Lied singen (fühlt sich da wer angesprochen?). Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass nur mein Umfeld Angst um meine finanzielle Absicherung hatte. Natürlich geistert dir als Selbstständiger in Spe dieser Gedanke auch im Hirn rum. Darum ist die nebenberufliche Selbstständigkeit eine super Lösung, wenn es in manchen Fällen auch nur für den Übergang sein mag.

Wenn du dich nebenberuflich selbstständig machst, kannst du das außerdem hervorragend dafür nutzen, deine Idee erstmal zu testen. Du behältst deinen sicheren Job, hältst den kleinen Zeh ins Becken, schaust wie es sich für dich anfühlt und ob überhaupt Interesse am Markt besteht. Vielleicht gefällt’s dir, vielleicht auch nicht. Vielleicht gefällt’s den Kunden, vielleicht auch nicht. Eine nebenberufliche Selbstständigkeit ist super, um sich die nötige Freiheit zu geben, Dinge auszutesten.

5. Selbstverwirklichung

Das ist ganz klar mein Lieblingsvorteil der Selbstständigkeit. Egal ob du dich haupt- oder nebenberuflich selbstständig machen willst, im besten Fall kannst du dabei einen großen Teil deiner Interessen ausleben.

Besser gesagt, ich empfehle dir sogar, dass du dich mit diesem Projekt zu 100 % identifizieren kannst und du eine gewisse Leidenschaft mit dem Thema verbindest. Das beschert dir nämlich das nötige Durchhaltevermögen, das du wiederrum für die Nachteile einer nebenberuflichen Selbständigkeit brauchen wirst (über die sprechen wir gleich).

Dennoch wirst du merken, wie viel in dir steckt, wenn du dich selbst verwirklichst. Sogar, wenn du abends nach Hause kommst und dich dann noch an dein Projekt hocken „musst“, wirst du merken, wie wahnsinnig toll es sich anfühlt, etwas zu bewegen. Klar, es wird gute und schlechte Zeiten geben, das gehört dazu. Aber wenn du wirklich für etwas brennst, wenn du deine Stärken einsetzen und die Früchte deiner eigenen Arbeit ernten kannst, ist das unbezahlbar. Wirf dir also schon mal das Cape um, denn das Superhelden-Feeling ist vorprogrammiert.

Nebenberuflich selbstständig machen 5 Vor- und Nachteile

Kontra nebenberuflich selbstständig machen

1. Du bist dein eigener Chef

Nanu? Den Punkt hatten wir doch schon? Stimmt, aber wie es immer so schön im Leben ist: Jede Medaille hat zwei Seiten. Mit tollen Privilegien gehen auch große Verpflichtungen einher.

Wenn du nebenberuflich selbstständig bist, bist du zwar dein eigener Chef, aber du bist eben auch dein eigener Chef. Das heißt, du hast zum einen die Freiheit, dein eigenes Ding durchzuziehen, aber zum anderen machst du das alles auf eigene Verantwortung. In deinem Job arbeitest du nicht für deine eigenen Kunden, sondern für die deines Arbeitgebers. Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit bist du allerdings in gewisser Weise von deinen Kunden abhängig.

Schaffst du es nicht, sie zufrieden zu stellen, wirft das ein schlechtes Licht auf dich und dein Unternehmen. Dass dieses Unterfangen nicht immer einfach sein wird, weil es die verschiedensten Formen und Arten von Menschen gibt, hast du bestimmt schon – unabhängig von der nebenberuflichen Selbstständigkeit – erfahren.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der damit einher geht, dass DU von nun an das Sagen hast, ist das Organisieren und Priorisieren. Von nun an musst du entscheiden, welche Aufgaben dringend sind, welche „nur“ wichtig sind und in welcher Reihenfolge du sie erledigst. Du wirst lernen müssen, dir deinen Tag klug einzuteilen. Glaub mir, das klingt einfacher als es ist.

Entwickle ein von Anfang an ein gutes Zeitmanagement, wenn du dich nebenberuflich selbstständig machen möchtest. Schließlich musst du Hauptberuf, Privatleben und dein eigenes Projekt unter einen Hut kriegen. Als Faustregel gilt: Zuerst die dringenden Aufgaben, dann die wichtigen. So schiebst du weniger auf und dir bleibt die Freude erhalten. Du wirst jedoch mit der Zeit merken, dass du nicht nur in dem ganzen Unternehmenskram besser wirst, sondern auch darin, deine eigene Zeit zu managen.

2. Selbst und ständig

Der Klassiker. Das habe ich leider schon einige Male von Leuten, die selbstständig sind, hören müssen. Wenn du selbstständig bist, dann bist du zwei Dinge: 1.Selbst und 2. ständig.

Nehmen wir also mal an, das stimmt so, dann ist eine nebenberufliche Selbstständigkeit so gut wie ausgeschlossen. Denn wie kannst du neben deinem Beruf 1. Selbst und 2. ständig präsent sein?

Du wirst selbst schnell feststellen, dass das kaum möglich ist. Schließlich hat dein Tag auch nur 24-Stunden. Daher solltest du dir bereits im Vorfeld überlegen: Wie viel von meiner freien Zeit (vorausgesetzt, du arbeitest Vollzeit noch irgendwo anders) bin ich bereit für meine nebenberufliche Selbstständigkeit zu opfern?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit auch eine große psychische Belastung verbunden ist. Menschen, die nebenberuflich selbstständig sind, ja sogar von zuhause aus arbeiten können, können in der Regel auch seltener abschalten.

Du musst dir das so vorstellen: Nach einem 8-stündigen Arbeitstag kommst du aus dem Büro und hast f-r-e-i. Diesen Luxus kennen die meisten Selbstständigen nicht und können sich diesen leider in der Anfangszeit auch nur schwerlich erlauben.

Gönne dir jedoch auch während deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit oft genug Pausen. Wie beim Sport gilt auch hier, dass das größte Wachstum in den Ruhephasen stattfindet. Sieh Me-Time nicht als Zeitverschwendung an. Schon eine kleine Meditation am Morgen oder eine halbe Stunde Lesen am Abend tun dir gut. Du wirst sehen, in bewussten Pausen kannst du viel aufarbeiten und dir kommen die besten Ideen.

3. Doppelbelastung

Dein nebenberufliches Projekt läuft, du bist Feuer und Flamme – aber war da nicht noch was? Stimmt, du hast ja noch einen anderen Job, für den es ebenfalls eine gewisse Hingabe deinerseits erfordert. Brennt dein innerer Gründer jedoch erst einmal für eine Sache, kann es schwer sein, ihn für die Stunden, die du in deinem „anderen“ Job verbringst, zum Schweigen zu bringen. Wenn du das beste aus beiden Welten hast, lebst du eben oft in auch in zwei Welten. Dieser Spagat kann gelernt werden und fällt manchen leichter, manchen schwerer.

Natürlich ist es nicht empfehlenswert, deinem Arbeitgeber nur noch die äußere Hülle von dir zu präsentieren und die Minuten bis Feierabend emotionslos vor dich hin zu vegetieren bis du endlich wieder an deinem Herzensprojekt arbeiten kannst. Im Umkehrschluss solltest du die Probleme deines Hauptberufes nicht mit in deine Selbstständigkeit tragen. Versuche einfach einen klaren Strich zwischen Haupt- und Nebenbeschäftigung zu ziehen – du kriegst das hin.

4. Unvorhersehbarkeit der Zukunft

Gerade wenn du nebenberuflich selbstständig bist tut sich das Problem der zukünftigen Arbeitsweise bzw. des zukünftigen Beschäftigungsverhältnisses auf. Mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit kannst du nur schwer planen.

Du kannst nicht wissen, ob du es schaffst dir einen festen Kundenstamm aufzubauen bzw. ob deine Kunden deine Ideen in ein paar Monaten, Jahren oder gar Jahrzehnten immer noch so interessant finden wie in diesem Moment. Vielleicht geht dein Unternehmen durch die Decke und wird so erfolgreich, dass du deinen Job sogar kündigen musst, um dein bislang nebenberufliches Projekt weiterführen zu können. Es könnte aber natürlich auch richtig in die Hose gehen.

Doch seien wir mal ehrlich: Welcher Arbeitsplatz auf dieser Welt ist heutzutage denn noch sicher und wer kann in die Zukunft sehen? Richtig. Keiner und niemand. Und wie heißt es denn so schön? Wer nicht wagt, der auch nicht gewinnt.

Mach dein Hobby zum (Neben-)beruf

Dieser Punkt hört sich doch super an, warum steht er auf der Kontra-Seite? Dass man mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit sein Hobby zum Beruf machen kann, ist für mich ein besonderer Teil – kein Vorteil und kein Nachteil, lediglich eine Tatsache, die beides werden kann.

Auf der einen Seite ist dieser Punkt wohl der schönste an der nebenberuflichen Selbstständigkeit. Ein guter Freund meinte einmal zu mir: Mach dein Hobby zum Beruf und du wirst nie wieder einen Tag in deinem Leben arbeiten müssen.

Nicht überraschend ist es, dass es auch hier wieder eine Kehrseite gibt. So heißt es zum Beispiel auch: Mach dein Hobby zum Beruf und du verlierst ein Hobby.

Beide Ansichten haben in gewisser Weise ihre Richtigkeit. Du kannst dein Hobby als Beruf ausüben – wie geil ist das denn? Auf der anderen Seite kann es natürlich sein, dass du dein Hobby dann gar nicht mehr so geil findest, wenn es sich zu einer Pflicht entwickelt hat.

Aber mal ehrlich: Ist es z.B. für jemanden, der gerne schreibt schlimm zuhause zu sitzen und Texte oder Romane zu verfassen? Es kann stressig sein – keine Frage, das ist schließlich jeder Job auch wenn du „nur“ nebenberuflich selbstständig bist, aber du füllst deine Zeit mit Dingen, die du trotz allem gerne tust und nicht mit welchen, die dir von deinem Chef aufgezwungen wurden.

Alles in Allem ist eine nebenberufliche Selbstständigkeit schon eine super Sache, Die vielen Freiheiten, die sie bietet, erfordert allerdings auch ein hohes Maß an Disziplin.

Außerdem musst du ein Mensch sein, der es im Leben auch einmal wagt, ein Risiko einzugehen, der seiner Idee vertraut und den Mut hat, mal einen Zeh in das ein oder andere Gewässer zu halten, um zu sehen was sich daraus entwickelt.

In diesem Sinne: Hau rein beim Start in die nebenberufliche Selbstständigkeit – Es wird schon schief gehen! Alle Informationen zum selbstständig machen findest du in meinem Blogbeitrag.

Bleib motiviert Felix

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Angelina

Ich merke immer mehr, dass ich etwas blauäugig an das Thema Selbstständigkeit dran gegangen bin. Da ich als Krankenschwester kaum Chancen auf den Gründungszuschuss habe (ich habe den Antrag dennoch gestellt), bewerbe ich mich momentan auf Nebenjobs. Die Reduktion meiner monatlichen Fix und Lebenskosten kommt mir dabei sehr zugute! Es wird nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Es hat eben alle seine Vor und Nachteile. Danke Felix, beide Seiten nochmal so anschaulich auf den Punkt zu bringen. Herzliche Grüße, Angelina