Heart Goals statt SMART Goals – Warum die großen Ziele im Leben mehr Emotionen brauchen

Felix Thönnessen 0 Comments

Dieser Gastbeitrag stammt von Sandra Hörmann. Du möchtest auch Gastautor auf meinem Blog werden? Hier findest du alle Infos!

Wenn wir gefragt werden „Was ist dein Ziel?“, antworten wir meist mit einer Gegenfrage. „Was meinst du mit Ziel?“. Das Thema Ziele hat nicht nur am Jahresanfang Hochkonjunktur. Ziele setzen, Ziele erreichen und vor allem Ziele haben ist ein Dauerbrenner in sozialen Netzwerken und Business Plattformen. Dabei bekommen wir auch immer wieder gesagt, dass Ziele SMART sein müssen: also spezifisch – messbar – attraktiv – realistisch und terminiert.

SMART Goals

Wer sich also Ziele setzt wie „ich möchte mehr Umsatz machen“ oder „ich brauche mehr Aufträge“, sollte seine Ziele nochmals überprüfen. „Mehr Umsatz“ ist nach der SMART Regel also weder spezifisch, noch messbar oder terminiert, und ob es attraktiv und realistisch ist, sei mal dahingestellt. Demnach müsste das Ziel also etwa so lauten: „In 2019 werde ich meinen Umsatz um 10% auf 220.000€ steigern“. Dies ist durchaus das bessere Ziel im Vergleich zu „mehr Umsatz“. Wer sich also, für sein Business Ziele gesetzt hat, kann diese mit dieser einfachen Regel überprüfen.

Vom SMART Goal zum Heart Goal

Wenn wir aber weg gehen von den konkreten kurz- und mittelfristigen Business Zielen, hin zu den großen (Lebens-)zielen, dann haben „SMART Goals“ wesentliche Nachteile:

Spezifisch:

Ist durchaus für ein großes Lebensziel anwendbar. Wir müssen aber nicht unbedingt ein ganz spezifisches Ziel haben. Wenn unser Lebensziel noch etwas unspezifisch ist, ist das auch in Ordnung. Wir wi
ssen vielleicht nur einen Aspekt unseres Ziels: zum Beispiel wie wir irgendwann leben wollen. Vielleicht sind uns einzelne Details des Ziels noch unklar, aber wir können es nach und nach ergänzen.

Messbar:

Hier kann man schon ein großes Fragezeichen machen. Nicht alle unsere Lebensziele sind messbar, oder? An dieser Stelle ersetze einfach „messbar“ durch „fühlbar“. Wenn wir es fühlen können und es uns genau vorstellen können, dann ist es ein gutes Ziel. Je genauer wir es uns in unserer Vorstellung ausmalen können, umso besser. Du hast bestimmt schon von Vision Boards gehört, oder? Hier nutzt man Bilder und Emotionen um Ziele zu visualisieren. „Ein Bild, sagt mehr als tausend Worte“ und Emotionen sind ein viel größerer Antrieb, als rationale, messbare Größen. Investiere also Zeit in das „Erfühlen“ deine r Ziele. Nutze die Kraft von Emotionen um dein Ziel virtuell zu erschaffen. Du programmierst dein Unterbewusstsein darauf, im Hintergrund an Lösungen zu arbeiten, die dich deinem Ziel näherbringen.

Attraktiv:

Ja, attraktiv sollen Ziele sein und unser Lebensziel umso mehr. Hier kann man getrost einen Haken machen und sich sein Ziel so attraktiv wie möglich machen. Lass dich dabei durch nichts limitieren.

Realistisch:

Und hier kommt der große Haken. Wer sagt uns eigentlich was realistisch ist? Indem wir versuchen, uns realistische Ziele zu setzen, limitieren wir uns selbst. Die meisten Menschen, die etwas ganz Großes erschaffen haben, hatten wohl eher „unrealistische Ziele. Menschen wie Steve Jobs, Jeff Bezos oder Arnold Schwarzenegger haben Dinge geschafft, die für andere Menschen sicher unvorstellbar gewesen wären. Wenn man die Biographien und Bücher dieser Menschen studiert, wird man zwangsläufig darauf gestoßen „groß zu denken“ und dass „Stretch Goals“ viel hilfreicher sind, als realistische Ziele. Erst wenn wir keine Ahnung haben, wie wir ein Ziel erreichen können, fangen wir an, Dinge anders zu machen und kreativ zu werden und dann passiert die Magie. Also lasst uns aufhören uns selbst zu limitieren und anfangen richtig groß zu denken. Auch hier kommt wieder unser Unterbewusstsein ins Spiel. Willst du 10.000 € Umsatz machen, sucht dein Unterbewusstsein nach Möglichkeiten dies zu erreichen. Willst du aber 1.000.000€ Umsatz erzielen, brauchst du vermutlich ganz andere Dinge und dein Unterbewusstsein wird nach Lösungen für diese Aufgabenstellung suchen. Es ist also sogar kontraproduktiv, sich selbst zu limitieren. Wer 10.000 € Lösungen sucht wird nicht plötzlich die 1,000,000€ Lösung finden.

Terminiert:

Große Lebensziele müssen auch kein Enddatum haben. Ein Ziel wird nicht weniger Wert, wenn wir es ein paar Jahre später erreichen. Wichtig ist nur, dass wir das Ziel nicht aus dem Fokus nehmen und den Weg dorthin flexibel halten. Große Ziele benötigen eben auch Flexibilität in der Umsetzung. Fang an das große Ziel zu operationalisieren und in kleinere Unterziele herunter zu brechen. Dabei sind vor allem die ersten Schritte entscheidend. Wenn dein Ziel so groß ist, dass du noch gar nicht weißt was dich dorthin bringt, gehe trotzdem los. Probiere Dinge aus, lerne und überprüfe dabei, ob es dich näher an dein Ziel bringt. Dabei ist auch vollkommen in Ordnung ungewöhnliche Dinge auszuprobieren. Treffe dich mit interessanten Menschen, mache etwas Verrücktes und aktiviere deine Kreativität und vor allem nimm dir Zeit zum Nachdenken.

Was hat unser Herz damit zu tun?

Für die großen Ziele im Leben, brauchen wir Durchhaltevermögen. Wir müssen über viele Jahre hinweg am Ball bleiben. Genau hier kommt unser Herz ins Spiel. Wir brauchen eine große Begeisterung und ein inneres Feuer für unser Ziel. Genau dieses kommt nicht aus unserem Kopf, sondern aus unserem Herzen. Wir müssen wirklich dafür brennen, Umwege gehen, Rückschläge in Kauf nehmen und immer wieder neu überlegen, wie es gehen kann. All das braucht unsere Herzensenergie sowie Emotionen und die Antwort auf die Frage nach unserem „warum“ im Leben. Schon Friedrich Nietzsche sagte „Wer ein WARUM zum Leben hat, erträgt fast jedes WIE.“. Was ist dein „warum“? Was treibt dich an? Wer diese Frage für sich beantwortet hat und sein Ziel fühlen kann, der wird Wege finden, es zu erreichen.

Warum du keinen Plan B brauchst

Immer wieder wird uns erzählt, dass wir einen Plan B brauchen. Gerade wenn du als Unternehmer startest, wirst du oft gefragt „was machst du, wenn es nicht funktioniert?“. Ich sage dann immer „ich verstehe die Frage nicht. Ich werde so lange daran arbeiten bis ich herausgefunden habe, wie es funktioniert.“. Wenn du dein Ziel fühlen kannst und dein Plan A flexibel ist, wofür brauchst du einen Plan B? Es hält dich sogar davon ab erfolgreich zu sein. Je öfter Dinge schief gehen und du Zweifel bekommst, umso mehr bist du gedanklich schon auf dem Weg nach B, deinem Ausweg. Plan B ist die ultimative Ausrede, um nicht alles geben zu müssen. Plan A bedingungslos zu verfolgen heißt nicht, dass du nicht auch Dinge ändern oder anpassen kannst. Ganz im Gegenteil. Du wirst auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn du immer wieder auf neue Informationen reagierst. Das alles muss dein Plan A können. Dein Plan A ist wie eine lange Landstraße. Er hat Kurven, Abzweigungen, ja vielleicht sogar Kreisverkehre und Sackgassen. Aber du bleibst trotzdem immer auf derselben Straße, bist du an deinem Ziel angekommen bist.

Viel Spaß beim Umsetzen und denke daran: Mach dir Heart Goals, nicht SMART Goals!

Deine Sandra

Sandra Hörmann – Female Leadership Training
www.female-leadership-training.de
info@sandra-hoermann.de

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