Hat mal einer was gegen Lampenfieber?

Felix Thönnessen 0 Comments

Wenn du schon einmal einen Vortrag halten musstest, dann wirst du wissen wie fürchterlich unangenehm das Lampenfieber sein kann. Heute werde ich dir die drei häufigsten Fragen beantworten, die mir im Bezug auf das Lampenfieber gestellt werden. Wie das normale Fieber auch, kann dir das Lampenfieber von großem Nutzen sein und dir helfen, sobald du weißt, wie du am besten damit umgehst.

Warum überhaupt Lampenfieber?

Das ist eigentlich eine sehr gute Frage. Wieso nennen wir es in unserem Sprachgebrauch überhaupt Lampenfieber? Jeder, der schon einmal auf einer Bühne gestanden hat, findet die Begriffe: Angstschweiß, Panik oder Ohnmachtsgefühl bestimmet viel treffender.

Das Lampenfieber überfällt uns immer dann, wenn wir zum Mittelpunkt der sozialen Aufmerksamkeit werden. Sei es bei einem Referat in der Schule, bei einem Vortag auf der Arbeit oder bei professionellen Reden auf der Bühne. Sobald man vor einem Publikum steht, bildet man sich ein, dass Alle total auf einen fixiert sind und geradezu auf Fehler von einem warten. Wenn du wissen möchtest, welchen Herausforderungen du dich sonst noch stellen musst, wenn du erfolgreiche Reden halten willst, dann folge diesem Link: Eine Rede halten und Geld damit verdienen

Das setzt dich enorm unter Druck. Zugegeben in der Uni habe ich damals noch anders gedacht. In dieser Zeit habe ich festgestellt, dass sich mehr als die Hälfte der Leute in den Seminaren nicht dafür interessiert hat, was referiert wurde. Das hat mein Denken diesbezüglich geändert und ich habe mich während des Vortrags nicht mehr auf mein Publikum, sondern auf mich konzentriert. Ich wollte nicht anderen, sondern in erster Linie mir selbst gefallen.

Dieses Umdenken hat viel von dem bestehenden Druck herausgenommen.

Auch wenn es sich zunächst komisch anhören mag, gehört Lampenfieber zu den menschlichen Urinstinkten. Zwar mussten unsere Vorfahren ihren Kollegen keine Präsentationen halten, dennoch gab es Augenblicke in denen sie enorm unter Druck und unter Stress gestanden haben.

Nehmen wir einmal folgendes Beispiel: Unser Vorfahre Huga-Hugah ist im Wald spazieren gegangen und auf einmal springt aus dem Gebüsch ein Bär. Das war sicherlich eine sehr stressige Situation von Huga, die man leicht mit dem Lampenfieber des einen oder anderen Zeitgenossen von uns vergleichen kann. Was passiert also? Er hat zitternde Knie und sein Herz rast wie verrückt.

Der Körper ist entweder zur Flucht oder zum Angriff bereit. Diesen Urinstinkt löst das Lampenfieber bis heute immer noch in uns aus. Auch wenn wir uns so fühlen als wollten wir (gerade wenn wir ungeübte Redner sind) vor dem Publikum flüchten, entscheiden wir uns für den Angriff, bleiben auf der Bühne und halten unseren Vortrag.

Wie du siehst, es ist sehr tapfer einen Vortrag zu halten und es macht hormontechnisch gar keinen Unterscheid, ob du dich einem Bären oder deinem Publikum stellst – wobei ich mich manchmal frage, ob mir (je nach Publikum) der Bär manchmal nicht willkommener wäre…

 

Gibt es eine Medizin gegen Lampenfieber?

In einem kann ich dich beruhigen: Jeder hat Lampenfieber. Viele geben es nur nicht mehr zu und du wirst so Aussagen hören wie: „Nein, ich genieße es im Mittelpunkt zu stehen.“ Das wird auch sicherlich stimmen, doch auch diese Menschen sind noch aufgeregt und vom Lampenfieber geplagt.

Sie haben im Gegensatz zu anderen nur gelernt damit umzugehen und das zusätzliche Adrenalin, das währenddessen durch ihre Adern rauscht, für sich zu nutzen und in Energie und Elan auf der Bühne umzuwandeln.

Aber das kannst du nur, wenn du viel übst. Lange Zeit habe ich meine Vorträge immer und immer wieder einstudiert, bevor ich damit auf die Bühne gegangen bin. Indem ich mir mit meinem Text sicher war, hatte ich auch vor dem Publikum mehr Sicherheit. Ich war zwar immer noch aufgeregt, aber das Lampenfieber wurde deutlich geringer. Es hilft dir ungemein, wenn du deinem Lampenfieber nicht erliegen möchtest, einen sicheren Einstieg in deinen Vortrag zu haben.

Indem der Anfang sitzt und du dir nicht irgendetwas zu Recht stottern musst, wird dir auch der Rest deines Vortrags leichter fallen.

Später konnte ich diese Methode dann insofern ausweiten als ich mir nur noch kleine Spickzettel mit den wichtigsten Notizen aufgeschrieben und keine ganzen Texte mehr auswendig gelernt habe. Jetzt bin ich mittlerweile an einem Punkt angelangt, indem ich auf der Bühne frei erzählen und sogar neue Sachen hinzudichten kann.

Was am Anfang alles eine Frage der guten Vorbereitung war, ist mit der Zeit einfach der Routine gewichen.

Wichtig ist es zunächst einmal deinem Lampenfieber Raum zu geben. Denn stell dir einmal folgende Situation vor: Du bist auf der Bühne und merkst wie du mit jeder Sekunde immer nervöser wirst; du stehst unheimlich unter Druck, weil dein Publikum gespannt auf deinen Vortrag wartet. Du willst dieser Situation und vor allem deinem Lampenfieber um jeden Preis entkommen und versuchst es zu unterdrücken.

Was passiert? Genau, das Gegenteil. Es ist eigentlich ein ziemlich logischer Gedanke, dass noch mehr Druck in einer stressigen Situation nicht unbedingt zu Entspannung führt. Daher solltest du, bevor du gegen das Lampenfieber vorgehen willst, erst einmal lernen es zuzulassen. Denn Lampenfieber gehört zu jedem Vortrag dazu und ist somit etwas völlig normales.

Manchmal kann es allerdings helfen dich gezielt zu verspannen. Ich habe diesen Trick vor einem meiner ersten Auftritte einmal nahegelegt bekommen. Ich war tierisch nervös und ein Freund gab mir den Rat: „Felix, bevor du dich mental anspannst, versuch deine Muskeln anzuspannen.“

Damit meinte er meine Zehen, meine Schultern und mein Gesäß. Und es hilft tatsächlich! Wenn du kurz vor deinem Vortrag diese kleinen Muskelpartien gezielt anspannst, um sie ein paar Sekunden später wieder zu entspannen, dann hilft dir das enorm dabei dein Lampenfieber abzubauen.

Ein weiterer Pluspunkt dabei ist, dass es dir niemand von außen ansehen kann wie angespannt du bist – und zwar in der doppelten Bedeutung.

 

Hilft Routine gegen Lampenfieber?

Jein. Wie ich dir bereits verdeutlicht habe, ist die beste Medizin gegen Lampenfieber eine gute Vorbereitung und vor allem auch Routine. Schließlich wird jemand, der bei einer Olympiade dabei sein will auch mehr Training hinter sich haben, als einer, der nur gelegentlich etwas Sport macht.

Trotzdem habe ich feststellen müssen, dass Routine und die beste Vorbereitung in manchen Fällen dennoch kein Garant dafür sind, dass du kein Lampenfieber bekommst.

Diese Erfahrung habe ich im vergangenen Jahr gemacht als ich in der Mayerschen Buchhandlung in Düsseldorf war und eine Lesestunde für Kinder gehalten habe. Ich habe mir zuvor ein Buch ausgesucht, das ich als Kind schon immer gerne vorgelesen bekommen habe und dachte mir, dass das eine nette Sache ist, mit der ich den Kleinen einfach eine große Freude machen wollte.

Ich musste schließlich nur etwas vorlesen. Dazu hatte ich gedacht, dass ich bei meinen zahlreichen Keynote-Speaker-Vorträgen genug Stressresistenz und Mittel gegen Lampenfieber entwickelt hätte. Wenn du dich auch für Keynote-Speaker interessierst, dann klicke hier: Keynote-Speaker werden – Als Vortragsredner durchstarten

Doch weit gefehlt. Als ich von ein paar Kindern umringt war und mich die Kleinen mit großen, erwartungsvollen Augen angeblickt haben, war es um mich geschehen und mir wurde klar: Ein Vortrag vor 1.000 von Menschen – kein Problem, ein paar Kindern aus meinem Lieblingsbuch vorlesen: Lampenfieber – und wie!

Zu meinem Glück, habe ich es dann doch noch fertig gebracht  ohne stocken und stottern vorzulesen und den Kleinen einen schönen Nachmittag zu bescheren.

Im Grunde nämlich gibt es kein Allheilmittel gegen Lampenfieber, sondern nur den Weg der für dich persönlich der Richtige ist. Die Routine wird dir nur dabei helfen herauszufinden, welches Mittel am besten für dich geeignet ist dein Lampenfieber zu kontrollieren, damit du es – wie ein professioneller Redner auch – für dich nutzen kannst.

Bleib motiviert Felix

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei