Alles über die Grundpfeiler einer Ehe…ERARE HUMANUM EST

Felix Thönnessen 0 Comments

Keine Sorge, heute bin ich kein Beziehungscoach oder lehre dich das kleine oder große Latinum. Auch nicht, um diese tote Sprache endlich wieder zu beleben und das römische Reich zu retten. Was zu spät ist, ist zu spät. Nein, heute widmen wir uns einem überaus spannenden und vielschichtigen Thema.Der Partnerschaft oder vielleicht der Gründung im Team.

Na, jetzt könnte ich sagen, „Sex sells“, aber das erwartet Euch „leider“ heute nicht. Denn es geht um geschäftliche Partnerschaften und was diese mit der vermeintlich symbiotischsten Form der Partnerschaft gemein haben.

„Erare humanum est“ heißt „irren ist menschlich“. Bestimmt hat jeder diese Weisheit schon einmal gehört. Aber die wenigsten wissen, dass hier noch ein entscheidender Teil fehlt. Der klingt aber sprachlich dann nicht mehr so melodisch und lässt sich auch nicht so gut merken. Das ist wie mit jedem guten Werbeslogan, der bleibt nur im Kopf, wenn er einprägsam ist. Ich bin sicher, fast jeder hat diese drei Worte aus dem Lateinunterricht irgendwie mitgenommen. Wenn nicht, dann wirst du das in der nächsten Minute definitiv tun, weil ich dir eine Merkhilfe gebe. Aber abwarten. Erst kommen wir zum zweiten Teil, der das Zitat vervollständigt. Der zweite Teil lautet „sed in errare perseverare diabolicum.“ Natürlich nicht übersetzt als „Kondom des Teufels“, was man mit etwas Phantasie meinen könnte. Es heißt so viel wie „aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch“. Damit hast du jetzt deinen Schein für das kleine Latinum in der Tasche. Herzlichen Glückwünsch!

Was hat das jetzt alles mit Partnerschaft zu tun. Dem aufmerksamen Leser ist vielleicht nicht entgangen, dass die jeweiligen Anfangsbuchstaben des ersten Zitatteils, das Wort „Ehe“ ergeben. Jetzt mal ehrlich, ist das nicht wie das weiße Kaninchen aus der Zauberkiste? Schon haben wir die Brücke zur Partnerschaft doch ganz einfach geschlagen.
Keine Sorge, ich werde jetzt keine Abhandlung über die Ehe halten und mich damit in die Riege der Beziehungs-Coaches einreihen. Aber es gibt etwas sehr Interessantes, das ich dir über die Partnerschaft erzählen möchte.
Warum? Weil die meisten Start-ups aus meiner Erfahrung von mehreren Personen gegründet werden, die dann eine sehr enge, verantwortungsvolle Partnerschaft miteinander eingehen.
Aber noch einmal zurück zur Ehe.

Ich habe mich immer schon gefragt, wo dieses Wort eigentlich herkommt. „E“, „H“, „E“. Wenn man sich die Buchstaben aus Lego einmal vorstellt und diese zusammenbaut, kommt da schon ein ziemlich harmonisches und symmetrisches Gebilde raus.
Aber schauen wir doch einmal, bevor wir uns im „Lego-Land“ verirren, wo der Begriff herkommt.
„Die Bezeichnung wird auf das westgermanische Wort aiwæ „Gesetz, Recht“ zurückgeführt; die Bedeutung entwickelte sich über „Vertrag, Ehevertrag“ zum heutigen Verständnis einer gesetzlich bestätigten Partnerschaft; Quelle ist idg. ajeu– „lenken, verbinden“, das sich auch zu mhd. ewe, ahd. ewa „Ewigkeit, lange Dauer“ entwickelte; die Bedeutungen „Gesetz“ und „Ewigkeit“ sind vermutlich zusammengeflossen.“ Wikipedia ist so schlau.
Hättest du das gewusst? Für eine auf Liebe basierende Ehe ist die gesetzliche Herkunft ziemlich unromantisch, aber für eine berufliche Gemeinschaft passt das schon ganz gut.

Wenn Menschen sich entscheiden, gemeinsam ein Start-up zu gründen, um eine Idee in die Realität umzusetzen, dann muss natürlich nicht nur im Vorfeld ziemlich viel geklärt werden – auch rechtlich ist sicherlich Einiges zu bedenken.
Aber zunächst ist es extrem wichtig, dass man überlegt, ob man zusammen diesen Weg wirklich gehen kann und möchte und genauso, wie dieser Weg für jeden aussehen soll. Hier kommt es nicht nur auf die Idee an, sondern besonders darauf, ob zwei oder mehrere Personen harmonieren, ob sie die gleiche Vision verfolgen, ob eine Vertrauensbasis besteht, ob sie das gleiche Verständnis von Arbeitsleistung haben und vieles mehr.
Hört sich doch wirklich stark nach einer Ehe an oder?
Ja, beide Arten von Partnerschaften „beruflich und privat“ folgen sehr ähnlichen Gesetzmäßigkeiten.

Wie heißt es so schön „drum prüfe, wer sich ewig bindet“. Und auch jedes Start-up Team sollte bei aller Euphorie und Energie für die Sache genauso viel Engagement in das Team an sich stecken. Besonders, wenn man sich nicht so gut kennt und ggfs. nicht schon lange befreundet ist. Manchmal entstehen ja Start-ups wirklich sehr spontan.
Die Teams sollten neben allen Aufgaben, die gerade am Anfang wirklich zahlreich sind, auch immer etwas Zeit einplanen, um persönliche Dinge abzuklopfen. Ehrlichkeit und offene Kommunikation sind hier zwei essentielle Bausteine. Darauf wird die gesamte geschäftliche Basis am Ende beruhen. Denn gehen wir einmal davon aus, die Idee beginnt zu fliegen. Dann erhöht sich der Druck und andere Menschen – Investoren, Wettbewerber, Berater, Anwälte – kommen dazu und reden alle mit. Das ist nicht nur extrem stressig für ein Team, weil ganz viele neue Herausforderungen und Fragestellungen auf das Start-up einprasseln. Andere Menschen kommen mit anderen Meinungen, Vorstellungen und Ratschlägen. Dann zeigt sich meist, wie fest das Fundament des Teams ist, auf das die Partnerschaft gebaut wurde. Schnell kann das gesamte Gebilde dann auch ineinander zusammenfallen.

Also, der ultimative Tipp von mir: nehmt Euch ganz bewusst immer wieder Zeit und sprecht im Team über Eure Visionen, Träume, Hoffnungen, weitere Ideen, Sorgen oder Nöte – so klappt die Gründung im Team. Vielleicht sogar private Dinge, die immer auch in solche beruflichen Themen mit einfließen. Das lässt sich meist doch schwer trennen. Je besser ihr Euch kennt, umso einfacher könnt ihr miteinander arbeiten, umso schneller trefft ihr Entscheidungen und umso professioneller tretet ihr bei anderen Menschen als Team auf – wie eine Einheit eben. So ein wenig wie die „Tag-Teams“ früher beim Wrestling. Die trugen ja sogar die gleichen Klamotten und stürmten mit einer gemeinsamen Hymne in die Arena. So kannst du dir das vorstellen, wenn Start-ups sich bei mir bewerben dürfen. Ohne Entertainment geht da bei mir nichts.

Also, wir haben gelernt, irren ist menschlich, aber Vorsicht ist auch besser als Nachsicht oder der besagte Teufel.

Start-upler, werdet zu einer starken Einheit und schaut, wie und für was ihr gemeinsam im Ring der Märkte kämpfen wollt.

Bleib motiviert
Felix

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