Die ultimative Businessplan Anleitung

Felix Thönnessen 0 Comments

Ich weiß, normalerweise schreibe ich ja im lockeren „Du“ Stil. Da der Artikel hier aber eigentlich in einem hochseriösen Magazin erscheinen sollte, ist das Ganze ausnahmsweise mal im „Sie“. Bitte vergebt mir.

Planung

Als Unternehmer stehen Sie zu Beginn zwangsläufig vor der Aufgabe Ihr Geschäftskonzept zu planen. Die wohl bewährteste Methode ist der Businessplan. Jedoch gleicht kein Plan dem nächsten und gerade auch wenn Sie Dritte mit Ihrem Plan überzeugen wollen, sollte dieser zwangsläufig etwas hermachen bzw. die relevantesten Informationen übersichtlich darstellen.

Das Ziel dieser Methode ist somit nicht nur einen Plan zu erstellen, sondern auch mit seinem Vorhaben zu punkten und für sich selbst einen Leitfaden zu entwickeln, der einen gerade in der Anfangszeit begleitet. Zum Ende der Methode halten Sie einen fertigen Businessplan in der Hand, den Sie sowohl bei Banken, Investoren aber auch Geschäftspartnern einsetzen können. Der Nutzen liegt somit nicht nur darin überzeugend argumentieren zu können, sondern gleich wohl mit dem Inhalt einen verständlichen Überblick über Ihr Vorhaben zu geben. Die Zielgruppe sind nämlich nicht nur Externe, sondern vor allem auch Sie selbst. Zu Beginn einer Existenzgründung tauchen zwangsläufig eine Vielzahl Fragen auf, die beantwortet werden müssen. Somit ist der Businessplan ein Wegweiser, der genau diese Antworten liefert – ein Tagebuch der Antworten.

Nach über 1.000 gesichteter Pläne habe ich diese Methode entwickelt, die sich für Jeden anwenden lässt und auch Laien die Möglichkeit bietet einen erfolgreichen Businessplan zu schreiben. Gleichwohl finden aber auch Profis und ehemalige Berater Ansatzpunkte um den eigenen Plan auf das nächste Level zu bringen.

Die Methode eignet sich selbstverständlich für jeden der am Anfang seiner unternehmerischen Tätigkeit steht. Für viele Gründerkredite wird etwa ein Businessplan verlangt, der Kern der Antragstellung ist. Um den Banker vor Ort zu überzeugen, sollten einige elementare Bausteine bedacht werden, die in dieser Methode explizit angesprochen werden. Weiterhin dient die Methode aber auch gestandenen Unternehmern, die nach einer gewissen Zeit Ihr eigenes Vorhaben evaluieren wollen oder sich etwa im Gespräch mit potenziellen Investoren befinden. Die Methode gliedert sich in 3 Phasen. Zunächst werden die relevanten Daten für die spätere Erstellung des Businessplans gesammelt und entsprechend vorbereitet. Im zweiten Schritt werden diese Informationen in die richtige Reihenfolge gebracht und der eigenetliche Plan erstellt. Abschließend wird das Erstellte optimiert und weitere Elemente hinzugefügt. Die Umsetzung der Methode habe ich bewusst so konzipiert, dass die einzelnen Schritte aufeinander aufbauen. Selbstverständlich stellt dies nur einen Leitfaden dar und einzelne Bausteine können später hinzugefügt werden. Der Start beim Businessplan schreiben liegt in der Informationsbeschaffung. Ihnen sollte an dieser Stelle bereits klar sein was Sie vorhaben, um eine Grundlage zu haben, welche Informationen beschafft werden sollten.

 

Die nun zu sammelnden Informationen werden den entsprechenden Kapiteln zugeordnet. Bereits an dieser Stelle sei erwähnt, dass es unterschiedliche Arten gibt einen Businessplan aufzubauen. Jedoch gebe ich Ihnen aus meiner Sicht einen bewährten Aufbau, zunächst in Hauptkapiteln unterteilt, an die Hand:

 

  1. Der Unternehmer
  2. Die Organisation
  3. Die Idee und das Produkt
  4. Der Markt
  5. Das Marketing
  6. Die Finanzen

 

Die Unterteilung der Hauptkapitel erfolgt in einem späteren Teil dieser Methode.

 

  1. Der Unternehmer

Ausgangspunkt für einen Businessplan ist die Darstellung des Unternehmers/Gründers und damit die Darstellung was Sie dazu prädestiniert erfolgreich ein Unternehmen zu gründen, zu erweitern oder zu übernehmen. Hierzu gehen Sie bitte wie folgt vor: Erstellen Sie einen aktuellen Lebenslauf und fertigen Sie eine Liste mit Ihren Stärken an. Hier reicht es sich auf drei Stärken zu konzentrieren. Diese Liste dient dann im zweiten Teil der Darstellung Ihrer unternehmerischen Fähigkeiten. Legen Sie diese beiden Dokumente zur Seite – das benötigen wir später noch.

 

  1. Die Organisation

Neben Ihren persönlichen Faktoren spielen natürlich auch organisatorische eine große Rolle. Hierzu gehören etwa die Rechtsform, der Standort oder Partner. Welche organisatorischen Elemente spielen in Ihrem Fall eine Rolle? Auch hier sollten Sie sich erste Informationen beschaffen und zusammentragen. Listen Sie mögliche Partner auf und informieren Sie sich über mögliche Rechtsformen.

 

  1. Die Idee und das Produkt

Sie sind der Ideengeber Ihres Vorhabens und Sie sollten sich mit dieser Thematik sehr intensiv beschäftigen. Welche Gedanken haben Sie sich bereits vor dem Schreiben dazu gemacht? Im zweiten Schritt der Informationsbeschaffung schreiben Sie also Kernelemente und Gedanken zu Ihrem Vorhaben auf ein separates Blatt Papier. Skizzieren Sie Ihre Idee und schreiben Sie auf, wie daraus ein Produkt bzw. eine Dienstleistung entsteht. Machen Sie sich an dieser Stelle aber bereits Gedanken wie Sie damit Geld verdienen werden. Das so genannte Geschäftsmodell ist ebenfalls Teil dieses Punktes. Es ist auch neben reinem Text möglich eine Zeichnung zur Veranschaulichung anzufertigen.

 

  1. Der Markt

Den Markt zu erfassen ist ebenfalls bedeutsam. Hierzu benötigen wir drei Kernelemente:

 

– Marktinformationen

– Wettbewerb

– Zielgruppe

 

Zunächst sollten Sie jedoch Ihren Markt abgrenzen. Dazu hilft es diesen zu definieren:

 

„Mein Markt ist der Markt für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit Zitronengeschmack“ oder doch eher „Mein Markt ist der Food Markt in Deutschland.“ Oft kann die Definition des eigenen Marktes bereits großen Einfluss auf die oben genannten Kernelemente haben. Definieren Sie Ihren Markt.

 

Im Bereich Marktinformationen sollten Sie sich darüber informieren wie Ihr Markt konkret aussieht und welche Trends zu erkennen sind. Hier erfassen Sie auch die Marktgröße und das derzeitige Absatzvolumen. Die Informationen beschaffen Sie sich aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören etwa: Fachmagazine, Fachportale, Statistikportale oder veröffentlichte Studien. In den seltensten Fällen finden Sie keine Informationen. Weiterhin können Sie Interviews mit Verbänden oder Branchenexperten führen, um eine genaue Vorstellung zu bekommen wie der Markt in Ihrem individuellen Fall aussieht.

 

Den Wettbewerb können Sie mittels ähnlicher Quellen analysieren. Oft ist hier die klassische Suche im Internet sehr hilfreich. Analysieren Sie jedoch nicht gleich alle Wettbewerber, sondern konzentrieren Sie sich im ersten Schritt auf 3 Wettbewerber. Stellen Sie dabei Stärken und Schwächen der Wettbewerber heraus, so finden Sie darüber hinaus Ansatzpunkte, was Sie besser machen können und wo Sie gleich zu Beginn aufholen müssen

 

Der dritte Teil der Marktanalyse umfasst Ihre Zielgruppe. Entscheidend ist hier zunächst, ob Sie Produkte für private Endkunden oder Unternehmen anbieten. Wer wird Ihre Produkte erwerben und wer verwenden? Sind diese beiden Gruppen deckungsgleich oder gibt es Unterschiede. Hier greifen Sie vor allem auf Ihre Vorstellungskraft zurück. Wie sieht Ihr Kunde konkret aus? Auch hier können Sie frei zugängliche Informationen verwenden. Wie viele Raucher gibt es? Sind dies eher Männer oder eher Frauen? Gibt es sonstige Gemeinsamkeiten bei den potenziellen „Produktverwendern“.

 

  1. Das Marketing

Auch für Ihre spätere Marketingplanung sollten Sie sich in dieser Phase Informationen beschaffen. Hier hilft es abermals einen Blick auf die Konkurrenz zu werfen. Welche Werbung machen Ihre Wettbewerber und welche Kanäle werden konkret genutzt? Notieren Sie sich diese Erkenntnisse genau. Aber Sie sollten auch auf Ihre eigenen Vorstellungen zurückgreifen und bereits erste Vermarktungsmöglichkeiten stichpunktartig notieren. Bedenken Sie bereits an dieser Stelle, dass Marketing nicht das Gleiche wie Werbung ist. Vielmehr geht es hier auch um die Strategie, welche Sie konkret verfolgen wollen und wie Sie sich gegenüber dem Wettbewerb abgrenzen.

 

  1. Die Finanzen

Den letzten Teil bildet der Überblick über die Finanzdaten. Hier fasen Sie später die relevanten Informationen Ihrer Finanzkalkulation zusammen. Um dies tun zu können, sollten Sie einige Informationen beschaffen. Dazu gehören etwa ermittelbare Kennzahlen der Konkurrenz. Welchen Umsatz machen Konkurrenten, zu welchem Preis werden Produkte angeboten und wie groß sind die Investitionskosten zum Aufbau Ihres Vorhabens? Über die Informationsquellen hinweg, können Sie hier etwa auch auf Registerauskünfte etwa des Bundesanzeigers, Veröffentlichungen oder Daten auf den jeweiligen Websites zurückgreifen.

Noch mehr Infos zum Thema Businessplan gibt es hier.  

Ziele und Erfolgskriterien dieses Schritts:

An dieser Stelle sollten Sie die relevantesten Informationen beschafft und für sich selbst notiert haben.

 

. Eigene Stärken und Schwächen aufgelistet

. Lebenslauf erstellt

. Vorhaben in groben Zügen skizziert

. Organisatorische Faktoren zusammengetragen

. Konkurrenten ermittelt und Stärken und Schwächen notiert

. Zielgruppe in Augenschein genommen

. generelle Marktinformationen zusammengetragen

. Marketingvorstellungen und Konkurrenzwerbung zu Papier gebracht

. Finanzdaten gesammelt

 

Nach dem Sie nun die Informationen gesammelt haben, geht es im zweiten Schritt der Methode darum den eigentlichen Businessplan zu schreiben. Bereits hier sei erwähnt, dass in Schritt 3 der Methode noch eine gesonderte Optimierung erfolgt. Der Aufbau des 2. Schrittes gleicht dem Ersten, um Ihnen die Arbeit zu vereinfachen.

 

  1. Der Unternehmer

Der Kern Ihres Vorhabens sind Sie. Egal, ob Sie den Plan für sich selbst, eine Bank oder einen Investor schreiben. Sie sollten hier überzeugen, dass Sie die richtige Person sind, um das Vorhaben anzugehen. Für dieses Kapitel empfehle ich etwa 2 Seiten. Dabei sollten Sie sich darauf konzentrieren Ihre Fähigkeiten zu betonen bzw. sich selbst ins recht Licht zu rücken. Gliedern Sie das Kapitel in:

 

  • Soziale Fähigkeiten

Stellen Sie hier dar, welche sozialen Fähigkeiten Sie dazu prädestinieren ein Gründer oder Unternehmer zu sein. Dazu können etwa Zielorientierung, Teamfähigkeit oder auch Motivation gehören.

  • Branchenkenntnisse

Kennen Sie die Branche bereits oder konnten bereits Kontakte knüpfen? Dann stellen Sie das an dieser Stelle heraus. Ansonsten versuchen Sie hier Verknüpfungen zu Ihren bisherigen Berufsstationen zu finden.

  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Welche betriebswirtschaftlichen Qualifikationen bringen Sie mit? Dies muss kein BWL Studium sein, sondern können auch Ausbildungen oder persönliche Weiterbildungen sein.

 

Greifen Sie dabei auf die Informationen aus dem ersten Teil dieser Methode zurück.

 

  1. Die Organisation

Dieses Kapitel dürfen Sie gern als ein Sammelsurium von kleineren Informationen betrachten. Folgende Unterkapitel und deren Informationen sollten Sie grundsätzlich aufnehmen und konkret beantworten:

 

  • Rechtsform

Für welche Rechtsform haben Sie sich entschieden und warum? Hier hilft auch der Steuerberater oder Unternehmensberater Ihrer Wahl.

  • Firmenname

Wie lautet der Name des Unternehmens bzw. des Produktes und wie sind Sie darauf gekommen? Sichern Sie sich hier auch durch eine Recherche beim Markenamt ab.

  • Standort

Wo wird das Unternehmen seinen Standort haben und welche Vorteile liegen darin?

  • Team und Personal

Gibt es andere involvierte Personen und welche Stärken bringen diese in das Unternehmen ein?

 

  1. Die Idee und das Produkt

Eines der entscheidenden Kapitel folgt jetzt. Bedenken Sie bitte, dass auch branchenfremde Nichtexperten Ihren Businessplan lesen werden. Ihre Darstellung sollte also darauf ausgelegt sein, auch diesen Lesern das Vorhaben verständlich näher zu bringen. Starten Sie zunächst mit einer generellen Darstellung der Idee. Ein guter Anfang ist die Frage „Wie sind Sie überhaupt darauf gekommen?“. Nehmen Sie sich Zeit die Geschäftsidee ausführlich zu erläutern. Eine Idee ist aber zwangsläufig noch kein Produkt. Welche Elemente müssen hinzugefügt werden, um in Ihrem Fall ein Produkt zu kreieren? Stellen Sie bereits an dieser Stelle die Eigenschaften Ihres Produktes heraus. Was zeichnet Ihr Produkt aus? Was macht es besonders? Auch auf die jeweiligen Entwicklungsschritte sollten Sie an dieser Stelle eingehen. Eine Abgrenzung zu Konkurrenzprodukten -wenn vorhanden- können Sie hier oder im Kapitel Markt vornehmen. Ihre in der ersten Phase dieser Methode gesammelten Informationen können Sie hier einfließen lassen und entsprechend zu Papier bringen. Neben der generellen Darstellung sollten Sie Ihr Geschäftsmodell erläutern. Dabei geht es im Kern um die Frage: Wie können Sie mit Ihrem Vorhaben Geld verdienen? Wie soll das Produkt dem Markt dargeboten werden? Auch auf die Form der Absatzkanäle können Sie hier eingehen.

 

  1. Der Markt

Die Beschreibung des Marktes ist oft eine mühselige Arbeit, aber gleichwohl wichtig. Ihre herangeführten Statistiken können Sie nun einsetzen und die Erkenntnisse daraus niederschreiben. Konzentrieren Sie sich dabei nicht nur auf das reine Beschreiben, sondern versuchen Sie Erkenntnisse aus der Kombination verschiedener Marktzahlen zu ziehen und so gewisse Entwicklungen abzusehen.

Durch die gesammelten Konkurrenzinformationen sollte es Ihnen leicht fallen Ihren Wettbewerb darzustellen. Eine Wettbewerbsanalyse kann dabei sehr ausführlich ausfallen. Konzentrieren Sie sich jedoch auf die Variablen, die für Sie sinnvoll sind. Das können sein: Der Preis, die angebotenen Produkte, die Vermarktung oder die Vertriebskanäle. Tragen Sie diese Informationen zusammen und erhalten Sie so einen umfassenden Überblick über die Konkurrenz. An dieser Stelle bietet sich auch ein Diagramm an, welches die Konkurrenz als auch Sie hinsichtlich dieser Variablen bewertet.

Den Abschluss bilden die Informationen über Ihre jeweilige Zielgruppe. Dabei sollten Sie verschiedene Variablen heranziehen, um Ihre Zielgruppe zu erfassen. Wenn Sie private Endkunden als Abnehmer anvisieren, gehören dazu:

 

  • Demographische Variablen

Welche Gemeinsamkeiten gibt es hinsichtlich des Alters oder des Geschlechtes?

  • Sozio-ökonomische Variablen

Spielen Faktoren wie die Einkommenshöhe oder der Bildungsstand eine Rolle?

  • Psychographische Variablen

Sprechen Sie eine Gruppe an, die sich hinsichtlich Meinungen oder Einstellungen zu bestimmten Themen zusammenfindet?

  • Verhaltensorientierte Variablen

Ist Ihre Zielgruppe gleich preissensibel oder gibt es andere Gemeinsamkeiten im Verhalten?

 

Insgesamt geht es also darum zu erkennen, wo es bei einer heterogenen Gruppe Gemeinsamkeiten gibt, die zum Formen Ihrer individuellen Zielgruppe führen.

 

Wenn Sie sich an Unternehmer als Abnehmer richten, spielen folgende Faktoren eine Rolle:

 

  • organisatorische Variablen

Ist die Unternehmensgröße oder der Unternehmensstandort ein maßgeblicher Faktor?

  • ökonomische Variablen

Gibt es Gemeinsamkeiten in der finanziellen Ausstattung der Unternehmen?

  • Kaufverhalten

Kaufen die Unternehmen immer zum gleichen Zeitpunkt?

  • personenbezogene Variablen

Welche Gemeinsamkeiten gibt es bei den jeweiligen Entscheidungsträgern, also etwa bei den Einkäufern Ihrer Produkte?

 

  1. Das Marketing

Ich empfehle an dieser Stelle eine Einteilung in zwei große Unterkapitel.

 

  • Strategie

An dieser Stelle sollten Sie die Strategie Ihres Unternehmens beschreiben. Dazu gehört im Kern vor allem die Positionierung. Wie positionieren Sie Ihr Unternehmen und wie unterscheiden Sie sich von der Konkurrenz? Stellen Sie hier die Besonderheiten Ihres Leistungsangebotes heraus.

  • Kommunikationskanäle

Eine besondere Rolle spielen die Kommunikationskanäle. Hier geht es darum, wie Sie Ihr Angebot in den Markt transportieren bzw. kommunizieren wollen. Skizzieren Sie welche Kanäle Sie bespiele wollen und wie Sie langfristig Kunden gewinnen wollen. Da dies einer der entscheidendsten Elemente ist, empfehle ich eine Aufteilung in verschiedene Unterkapitel. Diese könnte etwa „Online Maßnahmen“ und „Offline Maßnahmen“ sein. Aber auch eine kleinteiligere Einteilung ist möglich.

 

  1. Die Finanzen

Dieses Kapitel dient der Begleitung Ihrer Finanzkalkulation. Sie sollten die Kernelemente herausstellen und explizit folgende Fragen beantworten:

  • Mit welchem Umsatz rechnen Sie in den nächsten drei Jahren?
  • Welche Investitionen sind von Nöten?
  • Wie groß ist Ihr Finanzierungsbedarf?
  • Wie stellen Sie sich die Tilgung etwa eines Bankenkredites vor?

 

Optimieren und Erweitern

 

Nachdem Sie den Businessplan als solches erstellt haben, geht es nun an die Optimierung. Seien Sie sich jedoch einer Gegebenheit bewusst: Sie können den Businessplan immer weiter optimieren, aber sollten für sich selbst einen Punkt festlegen an dem Sie damit fertig sind. Um Ihnen weitere Hilfestellung zu gewährleisten, gebe ich Ihnen hier weitere Punkte an die Hand.

 

  • Zusammenfassung

Nachdem inhaltlich alles eingearbeitet ist, sollten Sie vor das erste Kapitel eine Zusammenfassung einfügen. Ich empfehle hier 2 Seiten. Auf diesen beiden Seiten sollten die Kernaussagen der jeweiligen Kapitel eingearbeitet werden.

 

  • Das Wording

Schreiben Sie den Businessplan aus der Ich-Perspektive. Auch wenn eine objektive Schreibweise sinnvoll ist, sollten Sie im Hinblick auf den Lesern das Vorhaben positiv darstellen.

 

  • Orthographie

Achten Sie auf eine gut lesbare Schrift, aber achten Sie vor allem auf Rechtschreibung und Grammatik.

 

  • Bilder

Bilder dienen vor allem dazu Ihr Vorhaben besser zu verdeutlichen oder mit Diagrammen darzustellen wie Ihr Markt aussieht. Setzen Sie Bilder gewählt ein, um den Textfluss bewusst aufzubrechen und den Leser evtl. sogar emotional anzusprechen.

 

  • Umfang

Eine genaue Angabe wie lang ein Businessplan sein soll, gibt es nicht. In den meisten Fällen hat ein Businessplan jedoch einen textlichen Umfang von 20-40 Seiten.

 

  • Quellen

Wenn Sie Informationen aus externen Quellen verwenden, sollten Sie diese auch explizit kennzeichnen. Gerade bei Diagrammen sollten Sie angeben aus welchem Jahr die Informationen stammen.

 

  • Fragenkatalog Top 10

Was ich gerne in Businesspläne einbinde, ist eine FAQ Liste – also welche 10 Fragen würde ein Leser als erstes stellen und diese beantworten Sie bereits positiv hier.

 

  • Fragen der Anderen

Wenn Sie über Ihr Vorhaben sprechen, werden Ihnen zwangsläufig Fragen gestellt. Notieren Sie sich diese Fragen und überprüfen Sie, ob Sie darauf in Ihrem Businessplan Antworten finden. Andernfalls ergänzen Sie Ihren Plan.

 

 

Problembehebung

 

Natürlich können bei der Erstellung des Businessplans Schwierigkeiten auftreten. Lassen Sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Für die Klassischsten dieser Fälle habe ich an dieser Stelle Lösungsvorschläge eingebunden:

 

Sie finden keine Informationen über die Konkurrenz?

Natürlich veröffentlichen die Konkurrenten nicht alle Informationen, die Sie benötigen. Dennoch können Sie auch kreative Wege einschlagen. Wenn Sie etwa ein Café eröffnen wollen, besuchen Sie die Cafés der Konkurrenz und beobachten eine Zeitlang das Geschehen. Weiterhin können Sie natürlich –sofern Sie das mit Ihrem Gewissen ausmachen können- Konkurrenten anrufen und sich als potenzieller Kunde ausgeben. Oft haben auch Verbände Informationen zu Ihren Mitgliedern.

 

Mein Produkt lässt sich nun sehr schwierig beschreiben?

Wenn Sie bereits an dieser Stelle Schwierigkeiten haben Ihr Produkt zu beschreiben, wie soll ein Kunde es dann verstehen? Arbeiten Sie dann mit Vergleichen oder versuchen Sie andere Worte zu finden. Schauen Sie sich andere Produktbeschreibungen an und orientieren Sie sich an diesen.

 

Meine Stärken und mein Lebenslauf passen eigentlich nicht zu meinem Vorhaben?

Wenn Sie dennoch davon überzeugt sind der richtige „Umsetzer“ zu sein, denken Sie darüber nach wie Sie auf die Idee gekommen sind und welche Gedanken in Ihrem Kopf dazu geführt haben sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. So finden Sie evtl. eine Verbindung, die passt.

 

Ich finde keine relevanten Marktinformationen?

Wenn Sie trotz der Recherche im Internet nicht auf entsprechende Informationen stoßen, können Sie auch Interviews mit Branchenexperten führen und deren Meinungen im Businessplan wiedergeben. Auch eine kleine eigene Marktforschung würde sich dann ggfls. anbieten.

 

Ich habe sprachliche Schwierigkeiten?

Natürlich erscheint das zunächst als ein Problem. Jedoch können Sie heutzutage oft auch bezahlbar Unterstützung durch einen Dienstleister suchen. Ebenfalls können Sie einen Lektor nach Abschluss Ihres Plans darüber lesen lassen.

 

Ich finde keine relevanten Bilder für den Businessplan?

Sie können auch Bilder als Stimmungseinstieg in das jeweilige Kapitel verwenden. Auch gibt es eine Vielzahl an kostenlosen Bilderdatenbanken, wo sich entsprechende Bilder finden lassen. Weiterhin das Erstellen von eigenen Bildern kann hier eine Lösung sein.

 

Ich benötige Unterstützung bei der Erstellung?

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die Sie nutzen können. Dazu gehören etwa die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, Startercenter und darauf spezialisierte Gründungs- und Unternehmensberater.

 

Der in der Methode beschriebene Aufbau passt nicht zu meinem Vorhaben.

Der Aufbau stellt lediglich einen Leitfaden dar. Dieser kann in Ihrem individuellen Fall auch angepasst werden. Betonen Sie diese Kapitel, welche in Ihrem Fall wichtig sind.

 

Woher soll ich wissen, ob der Leser meine Idee versteht?

Zeigen Sie den fertigen Plan jemanden, der Ihre Idee und Ihr Vorhaben nicht kennt. Nutzen Sie evtl. Rückfragen um Ihren Plan weiter zu verbessern.

 

Muss der Plan zwangsläufig mit einer Textverarbeitungssoftware erstellt werden?

Nein, eventuell bietet sich auch eine Präsentationssoftware dafür an, wenn Sie beispielsweise mit vielen Bildern arbeiten wollen.

 

Wie kann ich sonst meinen Businessplan noch optimieren?

Es gibt diverse Businessplan Wettbewerbe in denen Sie genau lernen, wie ein Businessplan aufzubauen ist und gleichzeitig die Chance haben, ein Preisgeld zu gewinnen.

 

Wirf auf jedenfall noch einen Blick hierauf: Businessplan erstellen

Bleib motiviert

Felix

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