Die 4-Tage-Woche für alle – möglich?

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Die 4-Tage-Woche für alle – möglich?

Die 4-Tage-Woche für alle – möglich? 2560 1707 Felix Thönnessen

Du möchtest wissen, wie die 4-Tage-Woche auch für dich möglich wäre und ob sich das wirklich durchsetzen wird? Dann bist du hier genau richtig.

Wer hätte das nicht gerne: Nur noch 4 Tage arbeiten und das gleiche Gehalt bekommen, wie aktuell mit fünf Tagen? Schon als kleines Kind stellte ich infrage, wieso man im Beruf nur zwei Tage Wochenende hat, um danach wieder 5 Tage zu arbeiten. Das fand ich schon damals ungerecht. Immer mehr probieren sie aus, immer mehr haben auch Erfolg damit. Die 4-Tage-Woche nimmt immer mehr Gestalt und Form an und ist längst nicht mehr nur ein Hirngespinst in den Köpfen der Jugendlichen.

Andreas Müller - Berater 4-Tage-Woche

Gastbeitrag von Andreas Müller zur 4-Tage-Woche

Wie funktioniert die 4-Tage-Woche?

Die Grundüberlegung ist einfach. Es konnte wissenschaftlich festgestellt werden, dass der zusätzliche Tag an Erholung und Freizeit den Mitarbeitenden deutlich mehr Kraft, Energie und gleichzeitig auch Gelassenheit gibt, sodass die Produktivität im Allgemeinen steigt. Man verbringt also 20% weniger Zeit bei der Arbeit, ist dabei aber um 20 – 30 % effizienter als jetzt. Der Kerngedanke hinter der 4-Tage-Woche ist also ein neues Arbeitszeitmodell zu schaffen, in dem „einfach“ der fünfte Tag gestrichen wird.

Doch es gibt auch Versuche die gezeigt haben, dass es nicht ohne weiteres möglich ist. Insbesondere in der Pflege und in sämtlichen Notfall-Berufen ist eine höhere Produktivität oder Effizienz kein adäquater Ausgleich für den fehlenden Tag. Denn letztlich kommt es hier auf die permanent verfügbaren Kräfte an – also braucht es 20% mehr Personal.

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Die 4-Tage-Woche in der Selbständigkeit

Auch für die Pflegeberufe gibt es eine Lösung – doch dazu komme ich erst am Ende bei einem Ausblick in die Zukunft. Jetzt geht es erstmal darum, wie du in der Selbständigkeit zu einer 4-Tage-Woche kommen kannst.

Die meisten Selbständigen haben die Herausforderung, dass der Umsatz im Wesentlichen von der Anzahl Stunden abhängt, die geleistet werden. Als Coach, Berater, Ingenieur, Arzt, Verwalter, Steuerberater und in vielen anderen Berufen hängt das Einkommen im Wesentlichen von der geleisteten Arbeit ab. Und der kurzweilige Trend des „Verkaufe ein Hochpreis-Online-Kurs“ um selbst in diesen Bereichen skalierbare Umsätze zu machen flacht (zum Glück) schon wieder ab. Doch wie sollst du hier deine Arbeitszeit um 20% reduzieren, ohne auch deinen Umsatz um 20% zu reduzieren?

Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze, die nicht nur von deinem Beruf abhängig sind, sondern auch von der Art und Weise, wie du als Dienstleister wahrgenommen werden willst. Hier kommen nun ein paar Impulse, die du dir durchlesen kannst, um danach zu überlegen, wie das in deinem Business aussehen könnte

Die Ergebnisabhängige Bezahlung

Ein wesentlicher Aspekt ist, vom Stundenhonorar weg zu kommen. Erst dann rechnet sich das Zeitmanagement. Ich bin noch immer als Brandschutzingenieur tätig und habe früher nach Stunden verrechnet. Für ein Konzept habe ich je nach Größe des Objektes zwischen 12 und 30 Stunden benötigt. Optimiere ich jetzt diesen Prozess des Konzept-Erstellens, benötige ich dafür zwar weniger Zeit, kann aber gleichzeitig auch weniger verrechnen – von dieser Optimierung habe ich also nichts außer einem Wettbewerbsvorteil und dadurch mehr Projekte. Ein Ansatz ist also, dich für das Ergebnis pauschal bezahlen zu lassen.

Verrechnung mit der Monats-Pauschale

Nicht immer kann ein konkretes Ergebnis sinnvoll beziffert werden. Hier ist ein „Dienstleistungs-Abo“ denkbar. Während die Immobilienverwalter diesen Weg schon länger gehen, ist es in manchen Branchen noch gar nicht weit verbreitet. Als Brandschutzingenieur beispielsweise bin ich (noch) der Einzige in der ganzen Schweiz, der sich für ein Angebot im Abo-Stil entschieden hat, was mehrere Vorteile mit sich bringt.

So brauche ich keinen effektiven Stunden- und Leistungsnachweis für die einzelnen Projekte zu führen, was allein schon eine Menge an Zeit spart. Auch das Rechnungswesen vereinfacht sich stark – während ich früher bei kleineren Projekten monatelang in Vorleistung gehen musste, bis ich mal einen Betrag in Rechnung stellen konnte, bekomme ich jetzt eine kleine Summe in jedem Projekt zum Monatsbeginn, über eine voll automatisierte Rechnungsstellung per Software. Verknüpft mit der Buchhaltung und einem automatischen Zahlungsabgleich fällt wieder ein großer Block an Aufwand weg.

Wellenmanagement – Die Arbeit beeinflussen

Unser Leben verläuft in Wellen. Doch nicht nur das, auch unsere Woche und unser Tag hat seine ganz eigenen Wellen. Und die vernachlässigen wir ganz häufig. Finde also erstmal deine Tages-Welle, um auf ihr zu surfen – danach die Wochen- und Monatswelle. Was das bedeutet?

Ganz einfach: In deinem Business passieren unterschiedliche Dinge nach einem bestimmten Muster. In den Handwerksberufen ist zum Beispiel am frühen Morgen ein großer Bedarf an Koordination, (Um-)Planung und Abstimmung notwendig. Da hier viele auf Warenlieferung und Vorarbeit angewiesen sind sowie Krankheitsausfälle in kleineren Teams eine große Auswirkung haben, ist der Start in den Tag erstmal von „Troubleshooting“ geprägt. Unter dem Tag legt sich das, zwar nicht immer vollständig, aber bei einem gut ausgebildeten Team mit entsprechenden Freiräumen braucht es wenig zusätzliche Abstimmung.

In der Immobilienverwaltung merken wir beispielsweise sehr stark eine Wochenwelle. Am Montag kommen hier ungefähr 50% der Anliegen der gesamten Woche an. Da davor das Wochenende war, an dem einerseits nicht gearbeitet wurde und andererseits die KundInnen Zeit hatten, sich Gedanken zu machen. Am Freitag hingegen kommen fast keine „neuen“ Aufgaben von außen, da sich hier die Menschen schon auf ihr wohl verdientes Wochenende freuen und erstmal abschalten wollen.

Es gibt auch Berufe, zum Beispiel in der Branche der Versandapotheken oder der Logistikbranche, in der es sehr starke Monatswellen gibt. Da immer zum Ende des Monats beispielsweise die Abrechnungen erstellt und geprüft werden müssen.

Einige der Wellen – wie beispielsweise die Abrechnung – sind geplant und bekannt. Viele vergessen aber die von außen eintreffenden Wellen wirklich zu berücksichtigen. Der Montag in einer Immobilienverwaltung beispielsweise wird überwiegend als ganz normaler Arbeitstag angesehen. Also gilt, wenn ich am Mittwoch 20 Aufgaben erledigt bekomme, muss das ebenso am Montag wie auch am Freitag als „Messgröße“ angesetzt werden für einen guten Tag. Doch wenn ich Montags 30 mal durch das Telefon unterbrochen werde, kann ich gar nicht so produktiv sein wie Mittwochs, wo das Telefon nur noch 5 oder 10 mal klingelt.

Diese Wellen müssen also berücksichtigt und tatsächlich eingeplant werden.

Ist die 4-Tage-Woche Nachhaltig? Ein Blick in die Zukunft

Zu Beginn hatte ich gesagt, dass die 4-Tage-Woche aktuell noch nicht in allen Berufen möglich ist. Doch lass uns mal in die Glaskugel schauen und die rosarote Brille aufsetzen. Wenn in all den Berufen, in denen es möglich ist, die 4-Tage-Woche eingeführt wird, was würde dann passieren?

Ich bin kein Sozialwissenschaftler, sondern Berater für die 4-Tage-Woche. Aber ich habe einen Eindruck was passieren könnte. Denn die Menschen, die für sich die 4-Tage-Woche umsetzen, kommen wieder mehr aus einem Trott der Energielosigkeit und des gestresst seins heraus. Sie finden wieder mehr Freude an den Dingen außerhalb der Arbeit.

Andreas Müller Experte 4-Tage-Woche

Dadurch würde also im Allgemeinen das soziale Engagement steigen – und es könnten sich neue Arten von Vereinen bilden. Nicht nur die freiwillige Feuerwehr und die ehrenamtlichen Rettungsdienste, über die beispielsweise diese Berufe entlastet werden könnten, würden davon profitieren. Sondern vielleicht bilden sich auch Vereine der Pflege. Menschen, die sich ehrenamtlich, also in der frei gewordenen Zeit, zusätzlich mit der Pflege von anderen Menschen beschäftigen.

Wie geschrieben, es ist eine rosarote Brille, durch die ich hier schaue. Aber ein bisschen Naivität und der Glaube an das Gute in uns Menschen hilft mir, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen.

Es ist die Zeit deines Lebens – egal womit du sie verbringst!

Du möchtest erfahren wie du in einem Jahr selbst zur 4-Tage-Woche kommst? Dann schau doch mal hier vorbei. Ich freue mich, dich bei deiner Umsetzung zu unterstützen!  Und psssst.. du bekommst von mir noch die besten Produktivitäts-Tools obendrauf!

Andi