Crowdfunding oder gemeinsam sind wir stark

Chantal Haarmann 0 Comments

Das Crowdfunding ist eine besondere Form eines Gemeinschaftsprojekts, bei dem sich eine Vielzahl von Menschen einvernehmlich dazu entschließt ein Start-up oder ein bestimmtes Projekt zu finanzieren. Das Wunderbare dabei ist der dahinterstehende Teamgedanke, bei dem fremde Menschen zusammen kommen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen. Heute erzähle ich dir wie diese Form des Teamworks in der Gründerszene aussieht und welche Formen es gibt.

Was versteht man unter Crowdfunding?

Wie vieles andere heutzutage wird auch das Crowdfunding meistens über das Internet realisiert. Häufig gibt es eine klar definierte Mindestsumme, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht werden muss.

Ein häufig unterschätzter Erfolgsfaktor beim Crowdfunding ist das Marketing für die Gewinnung der einzelnen Investoren, die das gemeinsame Projekt subventionieren. Denn egal, ob du ein Start-up gründen oder deine Geldgeber von deiner Geschäftsidee überzeugen willst, so musst du zunächst die entsprechenden Menschen, die du für die Umsetzung brauchst, für dich gewinnen.

Dies gelingt dir am leichtesten mit einer guten Marketingstrategie, die dein Projekt auf dem Markt bekannt macht, sodass potenzielle Investoren auf dich aufmerksam werden. Auch ein gutes Pitchdeck kann in diesem Fall von großem Nutzen sein.

Den Bekanntheitsgrad deines Projekts steigerst du über die entsprechenden Social Media Kanäle oder über die klassischen Werbewege wie Zeitungen oder das Radio.

Erst als ich mich näher damit beschäftigte, ist mir klar geworden wie viele Vorteile das Crowdfunding mit sich bringt. Denn, indem du Investoren und fremde Menschen von deiner Geschäftsidee überzeugen musst, erhälst du gleichzeitig auch ein sofortiges Feedback zu deinen Ideen.

Außerdem baust du dir durch das Crowdfunding eine Gruppe an Menschen auf, die sogenannte Crowd, die dir nicht nur beratend bei der Verwirklichung deiner Ideen zur Seite stehen, sondern auch als erster Kundenstamm dienen kann. Die Gruppe, die in deine Projekte investiert, wird gleichzeitig auch zu einem Teil davon.

Das Bewegende, wie ich finde, ist der Gemeinschaftsgedanke beim Crowdfunding und die damit einhergehende Gruppendynamik. Denn anders als bei einem Business Angel, der als Einzelperson in deine Geschäftsidee investiert, beteiligt sich dabei eine Vielzahl von unterschiedlichen Menschen. Wenn du mehr dazu erfahren willst wie ein Business Angel in deine Projekte investiert, dann folge diesem Link: Wenn ein Business Angel seine Flügel ausspannt 

Crowdfunding ist somit immer eine Begegnung von verschiedenen Menschen, die zusammen kommen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Daher geht es neben der finanziellen Unterstützung der Crowd häufig auch um eine emotionale Beteiligung an der Geschäftsidee oder dem Projekt. Wenn das angestrebte finanzielle Ziel der Crowd jedoch nicht erreicht wird, so erhalten die Investoren ihr Geld zurück und können mit ihrem investierten Betrag andere Projekte unterstützen.

Aus diesem Grund sind die Konditionen für das Kapital, das dir die Crowd zur Verfügung stellt auch oftmals günstiger als bei anderweitigen Geldgebern.

 

Welche Möglichkeiten des Crowdfundings gibt es?

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Modelle: Das Erste ist das klassische Crowdfunding. Hierbei bekommen die Investoren als Gegenleistung für ihren Kapitalaufwand keine finanzielle Entschädigung.

Bei dieser Variante handelt es sich um eine Art Test, bei dem das Marktpotential deiner Idee überprüft wird.

Beim zweiten Modell des Crowdinvestings wird die Crowd finanziell an den Gewinnen und den Erfolgen deines Projekts beteiligt. Diese Variante eignet sich hervorragend für kleinere Unternehmen oder Start-ups.

Zudem besteht auch die Möglichkeit eines Spenden Crowdfundings, bei dem es ebenso wie beim klassischen Crowdfunding keine finanzielle Gegenleistung gibt. Vielmehr ist eine öffentliche Danksagung, nachdem der Betrag zusammen gekommen ist, die Regel. Häufig geschieht ein Spenden Crowdfunding nach dem „Alles- oder-Nichts-Prinzip“ und kommt eher bei sozialen oder gemeinnützigen Projekten zum Tragen.

Das letzte Modell ist das Crowdlending. Hierbei handelt es sich um feste Kredite, die dem Projektinhaber innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gewährt werden. Dadurch, dass es sich bei den Subventionen um Fremdkapital handelt, unterscheidet sich das Crowlending von einem gewöhnlichen Bankkredit.

Oftmals sind es Privatpersonen und kleine bis mittlere Unternehmen, die vom Crowdlending profitieren können.

Doch egal für welche Variante du dich am Ende entscheidest, wichtig bei allem ist, dass der Teamgedanke von großer Bedeutung ist. Denn Einer für sich bildet logischerweise keine Crowd. Demzufolge gilt beim Crowdfunding das gleiche Prinzip wie bei den drei Musketieren: „Einer für alle und alle für einen.“

 

Wie betreibe ich Crowdfunding?

Allein in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Plattformen über die Crowdfunding betrieben wird. Die Größte davon ist Startnext über die ein Großteil aller inländischen Projekte beworben wird. Auf dieser Onlineplattform kann der Gründer kostenlos inserieren und, nachdem er seine Geschäftsidee erfolgreich realisiert hat, selbst entscheiden mit wie viel Geld er Startnext unterstützen will.

Eine weitere sehr verbreitete Plattform ist Kickstarter, die den Vorteil hat, dass sie auch als App verfügbar ist. Gerade für Leute, wie mich, die viele Dinge unterwegs regeln müssen und das Handy immer dabei haben, eignet sich dieser Service hervorragend. Das Inserat und der Appell an die Crowd sind auf dieser Plattform zwar kostenlos, allerdings erhebt Kickstarter eine Provision von fünf Prozent im Falle eines erfolgreichen Crowdfundings.

Eine weitere Möglichkeit, um eine Crowd zu gründen, die deine Projekte finanziell unterstützt, liefert Visionbakery. Bei dieser Plattform gilt das gleiche Prinzip wie bei Kickstarter. Auch hier sind das Inserat und die Gründung der Crowd kostenfrei, allerdings liegt hier die Provision im Falle eines geglückten Crowdfundings bei zwölf Prozent.

Wie du siehst, gilt bei allen oben genannten Plattformen die Devise, wenn der Gründer das gesetzte finanzielle Ziel nicht erreicht hat, fließen die gesammelten Gelder wieder zurück in die Crowd.

Eine Ausnahme von dieser Regel macht jedoch die Seite Indiegogo. Denn hier können die unterstützenden Personen selbst entscheiden, ob sie ihr investiertes Geld für den Fall, dass der Gründer sein Finanzierungsziel nicht erreicht hat, zurückerhalten wollen oder nicht. Doch sofern das Ziel nicht erreicht worden ist, verlangt Indiegogo eine Provision von neun Prozent, die sich bei einem erfolgreichen Crowdfunding aber auf vier Prozent reduziert.

Wie du siehst, bietet das Crowdfunding eine gute Alternative und zahlreiche Möglichkeiten Investoren zu gewinnen, sodass du ein Start-up oder eine Geschäftsidee mit dem notwendigen finanziellen Rückhalt umsetzen kannst. Das Schöne daran ist der dahinter stehende Teamgedanke. Bei einem gewöhnlichen Bankkredit scheint der Gründer auf sich alleine gestellt zu sein.

Bei einem Crowdfunding, ob es dir nun glückt dein finanzielles Ziel zu erreichen oder nicht, wirst du immer vor Augen haben wer an dein Start-up, deine Geschäftsidee oder an dich als Unternehmer glaubt. Und dieser Gedanke kann dich enorm antreiben.

 

Bleib motiviert, Felix

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