Crowdfunding – Finanzierung durch die Macht der Gemeinschaft

Felix Thönnessen 0 Comments

Crowdfunding – starker Begriff, oder? Schon die Tatsache, dass sich hier eine Vielzahl von Menschen einvernehmlich dazu entschließt ein Start-up oder ein anderes Projekt zu unterstützen, zeigt diese Stärke. Mir persönlich geht das Herz auf, wenn viele an einem Strang ziehen, um ein Ziel zu erreichen. Beim Crowdfunding passiert genau das. Heute erzähle ich dir, warum diese Art der Finanzierung so wunderbar ist, welche Formen es gibt und wie dieses Teamwork in der Gründerszene aussieht.

Die Finanzierung anhand Crowdfunding

Was versteht man unter Crowdfunding?

Zu Deutsch würde man dazu „Schwarmfinanzierung“ sagen, aber Crowdfunding hört sich doch ein bisschen cooler an, oder? Ganz banal gesagt, handelt es sich dabei um eine Form der Finanzierung, bei der dir eine Vielzahl an Investoren relativ kleine Beträge zur Verfügung stellen, damit du deine Idee umsetzen kannst.

Wie vieles andere heutzutage wird auch das Crowdfunding meistens über das Internet realisiert. Häufig gibt es eine klar definierte Mindestsumme, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht werden muss.

Ein häufig unterschätzter Erfolgsfaktor beim Crowdfunding ist gutes Marketing. Schließlich muss man die einzelnen Investoren erst einmal für sich gewinnen, und zwar in dem Maße, dass sie einem sogar Geld geben. Die Kommunikation sollte darum zum Ziel haben, die Menschen, die du für die Umsetzung deiner Idee brauchst, um den Finger zu wickeln.

https://www.youtube.com/watch?v=RrimbtQ1kmE

Dies gelingt dir am leichtesten mit einer ausgefeilten Marketingstrategie, die dein Projekt schon mal auf dem Markt bekannt macht, sodass potenzielle Investoren auf dich aufmerksam werden. Auch ein gutes Pitchdeck kann in diesem Fall nicht schaden.

Den Bekanntheitsgrad deines Projekts steigerst du über die entsprechenden Social Media Kanäle oder über die klassischen Werbewege wie Zeitungen oder das Radio. Natürlich kommt es ganz auf die Art deiner Idee an, aber in den meisten Fällen werden die Sozialen Medien mehr Erfolg versprechen.

Erst als ich mich näher damit beschäftigte, ist mir klar geworden wie viele Vorteile das Crowdfunding mit sich bringt. Denn, schon während du dabei bist, potenzielle Investoren von deiner Geschäftsidee zu überzeugen, erhältst du ganz nebenbei schon Feedback dazu.

Außerdem wird dir die Crowd, die du dir während des Crowdfundings aufbaust, als treue Community dienen. Das setzt natürlich voraus, dass du unter Marketing auch die ordentliche Kommunikation mit deiner Crowd verstehst. Dann werden sie nicht nur Unterstützer deiner Ideen, sondern womöglich auch deine ersten Kunden. Die Menschen, die in deine Projekte investieren, werden so zu einem Teil davon.

Das Bewegende, wie ich finde, ist der Gemeinschaftsgedanke beim Crowdfunding und die damit einhergehende Gruppendynamik. Denn anders als bei einem Business Angel, der als Einzelperson in deine Geschäftsidee investiert, beteiligt sich dabei eine Vielzahl von unterschiedlichen Menschen. Wenn du mehr dazu erfahren willst wie ein Business Angel in deine Projekte investiert, dann folge diesem Link: Wie Gründer einen Business Angel finden.

Crowdfunding ist somit immer eine Begegnung von verschiedenen Menschen, die zusammenkommen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Daher geht es neben der finanziellen Unterstützung der Crowd häufig auch um eine emotionale Beteiligung.

Welche Möglichkeiten des Crowdfundings gibt es?

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Modelle: Das klassische Crowdfunding, das Crowdinvesting und das Crowdlending.

Crowdfunding

Das Prinzip Crowdfunding ist ganz einfach. Viele Menschen geben dir, dem Gründer, einen Geldbetrag ihrer Wahl und erhalten dafür: Nichts. Zumindest keine Anteile an deinem Unternehmen. Das wollen deine Investoren auch gar nicht. Vielmehr sehnen sie sich danach, Teil deiner Idee zu sein und vielleicht etwas Dank als Gegenleistung zu bekommen. Tatsächlich erhalten die Geldgeber häufig ein Dankeschön, z.B. in Form einer Produktprobe, einer öffentlichen Danksagung oder eines Gutscheins.

Zudem gibt es da noch die Möglichkeit des Spenden Crowdfundings, bei dem es ebenfalls keine finanzielle Gegenleistung gibt. Ein kleiner Dank ist aber auch hier die Riegel, nachdem der Betrag zusammengekommen ist. Crowdfunding funktioniert häufig nach dem „Alles- oder-Nichts-Prinzip“. Das heißt, die gesammelten Gelder gehen erst dann an das jeweilig Projekt, wenn die vorher festgelegte Crowdfunding-Summe auch erreicht wurde. Daher kommt diese Art vor allem bei sozialen oder gemeinnützigen Projekten, aber auch bei kleineren Start-ups, zum Tragen.

Das Tolle an dieser Methode ist, dass du hierbei gleichzeitig deine Idee testen kannst und siehst, wie viel Marktpotential sie haben könnte. Geld und Feedback sammeln in einem Aufwasch!

Crowdinvesting

Der größte Unterschied zwischen Crowdinvesting und der gerade beschriebenen Methode ist die Art der Gegenleistung. Hier wird die Crowd nämlich finanziell an den Gewinnen deiner Unternehmung beteiligt, sie erhält also Unternehmensanteile. Darum eignet sich diese Variante hervorragend für kleinere Unternehmen oder Start-ups.

Deine Investoren sind damit an deiner Idee beteiligt, womit ihnen dein Erfolg noch etwas mehr am Herzen liegt, als beim klassischen Crowdfunding.

Crowdlending

Das letzte Modell, das Crowdlending, beschäftigt sich mit Krediten – war an dem Namen zu erahnen, oder? Dabei handelt es sich um feste Kredite, die dem Projektinhaber innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gewährt werden. Der wesentlichste Unterschied zu den vorherigen Methoden ist, dass dieses Geld für dich als Empfänger Fremdkapital ist. Das heißt, du musst es irgendwann zurückzahlen und das womöglich zuzüglich Zinsen.

Als kleines bis mittleres Unternehmen oder sogar als Privatperson kann man allerdings durchaus von so einem Crowdlending-Darlehen profitieren.

Ganz gleich für welche dieser drei Varianten du dich am Ende entscheidest, im Mittelpunkt steht stets das Team – die Crowd. Natürlich habe ich für einen so epischen Gedanken ein paar Sprüche vorbereitet. Wie wäre es mit: „Einer für alle, alle für einen“?  Vielleicht lieber einen Klassiker, wie „gemeinsam sind wir stark“? Oder ganz philosophisch: „Eine Schwalbe allein macht noch keinen Sommer.“ Such dir einen aus und schreib ihn dir hinter die Ohren.  

Wie betreibe ich Crowdfunding?

Allein in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Plattformen über die Crowdfunding betrieben wird. Die Größte davon ist Startnext über die ein Großteil aller inländischen Projekte beworben wird. Auf dieser Onlineplattform kann der Gründer kostenlos inserieren und, nachdem er seine Geschäftsidee erfolgreich realisiert hat, selbst entscheiden mit wie viel Geld er Startnext unterstützen will. Im Schnitt erhält die Plattform 3 % freiwillige Provision.

Eine weitere sehr verbreitete, sogar internationale Plattform ist Kickstarter, die den Vorteil hat, dass sie auch als App verfügbar ist. Gerade für Leute, wie mich, die viele Dinge unterwegs regeln müssen und das Handy immer dabei haben, eignet sich dieser Service hervorragend. Das Inserat und der Appell an die Crowd sind auf dieser Plattform zwar kostenlos, allerdings erhebt Kickstarter eine Provision von fünf Prozent im Falle eines erfolgreichen Crowdfundings.

Eine andere Möglichkeit, um eine Crowd zu gründen, die deine Projekte finanziell unterstützt, liefert Visionbakery. Bei dieser Plattform gilt das gleiche Prinzip wie bei Kickstarter. Auch hier sind das Inserat und die Gründung der Crowd kostenfrei, allerdings liegt hier die Provision im Falle eines geglückten Crowdfundings bei zwölf Prozent.

Bei allen oben genannten Plattformen die Devise „alles oder nichts“. Das heißt, wenn der Gründer das gesetzte finanzielle Ziel nicht erreicht hat, fließen die gesammelten Gelder wieder zurück an die Investoren.

Eine Ausnahme von dieser Regel macht jedoch die Seite Indiegogo. Denn hier können die unterstützenden Personen selbst entscheiden, ob sie ihr investiertes Geld für den Fall, dass der Gründer sein Finanzierungsziel nicht erreicht hat, zurückerhalten wollen oder nicht. Doch sofern das Ziel nicht erreicht worden ist, verlangt Indiegogo eine Provision von neun Prozent, die sich bei einem erfolgreichen Crowdfunding nur auf vier Prozent beläuft.

https://www.youtube.com/watch?v=CyJcmHTWbho

Wie du siehst, bietet das Crowdfunding eine gute Alternative und zahlreiche Möglichkeiten Investoren zu gewinnen, sodass du ein Start-up oder eine Geschäftsidee mit dem notwendigen finanziellen Rückhalt umsetzen kannst. Das Schöne daran ist der dahinterstehende Teamgedanke. Bei einem gewöhnlichen Bankkredit scheint der Gründer auf sich alleine gestellt zu sein.

Bei einem Crowdfunding, ob es dir nun glückt dein finanzielles Ziel zu erreichen oder nicht, wirst du immer vor Augen haben wer an dein Start-up, deine Geschäftsidee oder an dich als Unternehmer glaubt. Schon allein dieser Gedanke würde mich enorm antreiben. Dich auch?

Bleib motiviert, Felix

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